GIGANTISCHE GOTISCHE ROTULI ROTULUS ANNO DOMINI 1362

Spätmittelalterliche Notariatsurkunde AD 1362

OBJEKT

Mehr als 6 Meter lange Notariatshandschrift auf gerolltem Pergament (Rotuli).

ENTSTEHUNG

Genf, datiert 1362

BESCHREIBUNG

Außergewöhnlich seltenes Beispiel eines spätmittelalterlichen Rotulus. Diese überaus lange, gerollte mittelalterliche Pergamentrolle (Rotuli) umfasst einen in ca. 800 Zeilen formulierten Text, welcher in einer spätgotischen lateinischen Kanzleikursive abgefasst wurde.

Die vorliegende Rolle besteht aus materialbedingten Gründen (Tierhaut) aus insgesamt neun Segmenten. Die einzelnen Segmente wurden jeweils zusammengenäht und der Textumbruch wurde durch die am Ende jedes Pergamentblattes angebrachten „signa tabellionis“ des Notars bestätigt.

Der äußerst ausführliche Text beschreibt die vermögensrechtliche Übertragung von „Eynard de Reynard“ und „Johannes de Reynard“ mit allen Notwendigen Vereinbarungen und Bedingungen.

Zur Datierung: Eine datierte Passage nennt das Jahr 1362 („in anno millesimo trecentesimo sexagesimo secundo“). Auf der Rückseite befindet sich eine handschriftliche Anmerkung, wohl aus dem 14./15. Jahrhundert, welche die Datierung des Dokuments ebenfalls in das Jahr 1362 einordnet.

ABMESSUNGEN

Länge: 620 cm
Breite: 53 cm
Gewicht: 884 Gramm

ZUSTAND

Für das hohe Alter von mehr als 650 Jahren in außergewöhnlich gutem Erhaltungszustand. Festes und stabil genähtes Pergament. Das Pergament durchgehend materialbedingt gebräunt, etwas beschmutzt und fleckig an den Rändern. In einigen Segmenten die Ränder stärker fleckig. Am Anfang und am Ende sowie einige Einrisse und Fehlstellen außerhalb des Textes.

PROVENIENZ

Erworben aus einer Schweizer Privatsammlung.

KULTURGUT SICHER ERWERBEN

Hiermit wird die einwandfreie Herkunft der vorliegenden Urkunde bestätigt. Das Werk ist zum Zeitpunkt des Verkaufs frei von Rechten Dritter und wurde mit der LostArt-Datenbank abgeglichen. Es besteht gemäß den geltenden gesetzlichen Bestimmungen bei Lieferungen außerhalb der EU eine Ausfuhrgenehmigungspflicht.

Preis
5.900 €
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Tilo Hofmann
Artikelnummer
T578
HISTORISCHE BDEUTUNG

Rotuli (Singular: Rotulus) gehören zu den faszinierendsten und zugleich seltensten Schriftträgern des europäischen Mittelalters. Während Bücher und Kodizes heute das Bild mittelalterlicher Schriftkultur prägen, wurden zahlreiche rechtliche, administrative und historische Texte bis weit in das 14. Jahrhundert hinein auf langen Pergamentrollen niedergeschrieben. Außergewöhnlich lange Rollen von mehreren Metern Länge stellen selbst innerhalb dieser Gattung eine Seltenheit dar. Sie wurden meist nur für besonders umfangreiche Rechtsvorgänge angefertigt, deren Dokumentation Hunderte von Zeilen erforderte. Solche Monumente mittelalterlicher Schriftkultur verdeutlichen eindrucksvoll den hohen organisatorischen Aufwand, mit dem notarielle und administrative Vorgänge bereits im Spätmittelalter erfasst wurden. Sie stehen damit am Beginn jener Schrift- und Verwaltungstradition, aus der sich die moderne europäische Bürokratie entwickelte.

Rotuli des 14. Jahrhunderts sind weit mehr als bloße Schriftträger. Sie verkörpern den Übergang Europas in eine zunehmend schriftlich organisierte Gesellschaft. Als Zeugnisse mittelalterlicher Rechts-, Verwaltungs- und Wirtschaftsgeschichte verbinden sie außergewöhnliche Seltenheit mit hohem wissenschaftlichem Quellenwert. Vollständig erhaltene Exemplare gehören heute zu den bedeutendsten Überlieferungen spätmittelalterlicher Dokumentationskultur.

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Tilo Hofmann
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Highlight

Eines der verhängnisvollsten Bücher der Weltliteratur

Malleus maleficarum, Koberger 1493

Äußerst seltenes Exemplar einer Inkunabelausgabe des berühmt-berüchtigten „Malleus Maleficarum“, des sogenannten „Hexenhammers“, gedruckt in der berühmten Nürnberger Offizin von Anton Koberger.

Das Werk wurde erstmalig 1486 bei Peter Drach in Speyer in Druck gegeben und stammt aus den Federn der beiden Dominikanermönche Heinrich Kramer, latinisiert zu Henricus Institoris und Jakob Sprenger, dessen Mitautorschaft heute infrage gestellt wird, obgleich das Werk traditionell eher unter des letzteren Namen geführt wird.

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