Kaiser Maximilian I. (1459-1519)
ab 1477 Herzog von Burgund
ab 1486 Römisch-Deutscher König
von 1508-1519 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches
Protokoll der Erwählung Maximilians zum römischen König.
Davor: Verzeichnis der Teilnehmer an der Wahl
Johann (Reinhard) Grüninger, Straßburg
nach dem 20. November 1486
Hochbedeutendes und extrem seltenes Protokoll von der Königswahl Maximilian I. in Frankfurt mitsamt dem Verzeichnis der Teilnehmer an der Wahl. Weltweit lassen sich lediglich vier Exemplare dieses Druckes nachweisen (!).
Hervorragendes Zeitzeugnis einer der wichtigsten Wahlen Europas, welche über Jahrhunderte die kulturelle und wirtschaftliche Prägung unseres Kontinents maßgeblich beeinflusste.
Da Buch liest sich wie ein „Wahlkampfkrimi“ der auslaufenden Spätgotik. Im Gegensatz zu den heutigen „Volkswahlen“ mit eher magerer Beteiligung, kamen am 16. Februar 1486 die politischen, geistlichen und wirtschaftlichen Eliten Europas nahezu vollständig in der Wahlkapelle des St. Bartholomäus-Kaiserdoms in Frankfurt/M. zusammen, um ihren künftigen König zu wählen. Es waren weit mehr zweihundert Grafen, Markgrafen, Landgrafen, Herzöge, Bischöfe, Kurfürsten und Erzbischöfe, die zusammenkamen, um dieser Zermonie beizuwohnen. Wahlberechtigt waren jedoch nur die Kurfürsten und die Fürstbischöfe.
Und dann residierte dieser große König: Während der Regentschaft Maximilian I. (1486-1519) wurden bedeutsame Verwaltungsreformen im Heiligen Römischen Reich eingeleitet, darunter der „Ewige Landfrieden“, der das Gewaltmonopol rechtlich dem Reich zuordnet, sowie die Einführung des Reichskammergerichts und der Reichskreise im Jahr 1495. Somit konsolidierte er das „Heilige Römische Reich Deutscher Nation“.
Die lateinische Ausgabe „Electio Maximiliani“ erschien zuvor nach dem 12. März 1486 bei Peter Schöffer in Mainz (ISTC im00385000). Von diesem Druck sind weltweit lediglich 11 Exemplare bekannt.
9 (von 10) Blatt. Ohne das leere Blatt a10. Im Text vollständiges Exemplar.
Lagenpaginierung: a10
Einspaltige, gotische Type. In Rot rubriziert und mit einigen Unterstreichungen in Rot.
Blattgröße: 20,3 x 14,5 cm; Satzspiegel: bis zu 14 x 9 cm.
Ungeheftet. Lagen lose in Umschlag aus Büttenpapier eingelegt.
Quart: 20,3 x 14,5 cm.
Genuin erhaltener, breitrandiger Druck. Kräftiger, haptisch fühlbarer Abdruck auf festem Büttenpapier. In den Rändern mehr oder weniger wasserfleckig. Im Druck sauberes Exemplar. Obere Ecke durchgängig mit altem Abriss. Erstes Blatt angestaubt und im untere Rand mit kleinem Wurmfraß.
Fachliteratur: ISTC im00385090; GW M22075; Schottenloher, Drei Frühdrucke zur Reichsgeschichte (Leipzig, 1938) no.2.; sonst in keiner üblichen Inkunabel-Publikation vorhanden
Historische Literatur: Zur lateinische Ausgabe: H. Wiesflecker, Kaiser Maximilian I.: Das Reich, Österreich und Europa an der Wende zur Neuzeit. 1: Jugend, burgundisches Erbe und Römisches Königtum bis zur Alleinherrschaft, 1459-1493, München 1971, 188-194, 472-476
Bibliotheken: Weltweit lediglich vier Exemplare in öffentlichen Einrichtungen: Colmar, Bibliothèque des Dominicains, Forschungsbibliothek Gotha; Hauptstaatsarchiv Stuttgart; Gleeson-Bibliothek San Francisco.
Handel: keine Verkäufe im Handel seit 1983 bekannt
Aus dem Besitz von Günther Herzfeld-Wüsthoff (1893-1969), deutscher Schriftsteller, Philosoph und Antiquar. Er stand in regem Kontakt mit Thomas Mann und Alfred Andersch, seinem einstigen Mentor, der ihm in seinem Roman „Kirschen der Freiheit“ ein Denkmal gesetzt hat. 1935 kaufte er ein Grundstück in Unterreitnau im Lindauer Hinterland und baute ein Haus, in dem er später den Verlag „Trösteinsamkeit“ gründete. Seine Tochter Christa Herzfeld-Wüstoff bewohnte das Haus bis 1995. Aus diesem Nachlass stammt das vorliegende Exemplar.
Hiermit wird die einwandfreie Herkunft der vorliegenden Inkunabel bestätigt. Diese ist zum Zeitpunkt des Verkaufs frei von Rechten Dritter und wurde mit der Lost-Art-Datenbank abgeglichen. Für die Lieferung außerhalb der EU ist eine Ausfuhrgenehmigung der Kulturbehörden erforderlich. Diese wird von uns nach Eingang des Kaufpreises beantragt und dauert ca. 14 Tage. Für die Verbringung in EU-Länder ist aufgrund der festgelegten Wertegrenzen keine Ausfuhrgenehmigung erforderlich.

Hervorragendes Zeitzeugnis einer der wichtigsten Wahlen Europas, welche über Jahrhunderte die kulturelle und wirtschaftliche Prägung unseres Kontinents maßgeblich beeinflusste.
Da Buch liest sich wie ein „Wahlkampfkrimi“ der auslaufenden Spätgotik. Im Gegensatz zu den heutigen „Volkswahlen“ mit eher magerer Beteiligung, kamen am 16. Februar 1486 die politischen, geistlichen und wirtschaftlichen Eliten Europas nahezu vollständig in der Wahlkapelle des St. Bartholomäus-Kaiserdoms in Frankfurt/M. zusammen, um ihren künftigen König zu wählen. Es waren weit mehr zweihundert Grafen, Markgrafen, Landgrafen, Herzöge, Bischöfe, Kurfürsten und Erzbischöfe, die zusammenkamen, um dieser Zermonie beizuwohnen. Wahlberechtigt waren jedoch nur die Kurfürsten und die Fürstbischöfe.

Äußerst seltenes Exemplar einer Inkunabelausgabe des berühmt-berüchtigten „Malleus Maleficarum“, des sogenannten „Hexenhammers“, gedruckt in der berühmten Nürnberger Offizin von Anton Koberger.
Das Werk wurde erstmalig 1486 bei Peter Drach in Speyer in Druck gegeben und stammt aus den Federn der beiden Dominikanermönche Heinrich Kramer, latinisiert zu Henricus Institoris und Jakob Sprenger, dessen Mitautorschaft heute infrage gestellt wird, obgleich das Werk traditionell eher unter des letzteren Namen geführt wird.