Spätgotische Mondsichelmadonna mit dem Jesuskind
wohl aus einer westsächsisch-ostthüringischen Werkstatt oder ihrem Einflusskreis
wahrscheinlich Raum Altenburg/Zwickau, zwischen 1475 und 1495 entstanden.
Wohl Linden- oder Erlenholz, vollrund geschnitzt, polychrom gefasst und teilvergoldet.
Meisterliche spätgotische Figur der Maria, welche auf einer Mondsichel mit nach oben zeigenden Hörnern steht (Apokalypse, Offenbarung 12,1: „ein Weib, mit der Sonne bekleidet, und der Mond unter ihren Füßen“). Die Mondsichelmadonna ist ein klassisches spätgotisches Motiv, das besonders ab Mitte des 15. Jahrhunderts an Popularität gewann.
Der nackte Jesusknabe sitzt auf Marias linkem Arm und hält in beiden Händen einen Apfel. Der Apfel fungiert als theologisches Attribut. Er kennzeichnet Christus als den „neuen Adam“, der die Erbsünde (den Sündenfall durch die Frucht im Paradies) überwindet und die Menschheit erlöst. Maria trägt eine schlichte, dreizackige Krone, die sie als Himmelskönigin (Regina Coeli) ausweist. Ihre rechte Hand ist leicht nach vorne geöffnet. In dieser befand sich ursprünglich ein separates, eingestecktes Attribut, sehr wahrscheinlich ein vergoldetes Zepter. Der Mantel ist in tiefen, schüsselförmig fallenden Schüsselfalten um den Körper gelegt. An der Seite staut sich der Stoff in eckigen Kaskaden (sogenannter Knitter- oder Röhrenfaltenwurf). Diese Brechung der Falten ist ein Kernmerkmal der Spätgotik ab ca. 1470, zeigt hier aber eine noch eher ruhige, vertikal orientierte Grundlinie, die an den weichen Stil der Mitte des 15. Jahrhunderts erinnert.
Das Gesicht Marias ist oval, mit einer hohen, edlen Stirn, fein mandelförmig geschnittenen Augen und einem schmalen, kontemplativen Mund. Der Rumpf des Jesusknaben ist kompakt. Er besitzt einen ungewöhnlich rund modellierten Kopf mit vollen Wangen, der bereits eine stärkere Naturbeobachtung erkennen lässt.
Die Skulptur verbindet die ruhige Eleganz des sogenannten Weichen Stils mit den zunehmend kantigen Faltenformen der ausgehenden Spätgotik. Besonders der sorgfältig geschnitzte Haarschopf, die ausgewogenen Proportionen sowie die qualitätsvolle Gewandbehandlung weisen auf eine leistungsfähige Werkstatt im mitteldeutschen Raum hin.
Höhe: 86 cm
Breite: 24 cm
Tiefe: 18 cm
Gewicht: 5,5 kg
Guter Zustand mit Altersspuren. Die Fassung weitgehend übergangen. Historische Restaurierungen und Überarbeitung der Fassung. Die Krone sowie die rechte Hand möglicherweise historisch ergänzt. Aufwändige historische Stand- und Rissstabilisierung mittels Schwalbenschwanz-Keilen und Randaufdoppelung. Die Fassung partiell berieben. Die Vergoldung mit Abplatzungen. Vorn ein feiner, kaum sichtbarer Spannungsriss. Historischer Wurmbefall, inaktiv.
Diese Mondsichelmadonna ist stilistisch der Altenburger/Zwickauer Schule zuzuordnen, was durch strukturelle Parallelen zur Mondsichelmadonna der Kunstsammlungen Zwickau (Inv.-Nr. L/V/65/13/K3) gestützt wird. Auch zeigen sich stilistische Parallelen zur Heiligen Katharina aus der Kirche Mülsen St. Jacob, welche vom Zwickauer Bildschnitzer Peter Breuer (1472-1541) gefertigt wurde (Kunstsammlungen Zwickau Max-Pechstein-Museum (Inv.-Nr. L/V/65/2/K3).
Es dürfte sich bei der vorliegenden Madonna um das Werk eines westsächsisch-ostthüringischen Meisters (Altenburg/Zwickau) handeln, der zeitlich unmittelbar vor dem Durchbruch von Peter Breuer tätig war (ca. 1490–1500) oder als zeitgleicher, aber traditionsbewussterer Konkurrent im Zwickauer Umland wirkte. Die Skulptur zeigt deutliche stilistische Übereinstimmungen und eine Frömmigkeitsästhetik wie Breuers frühe Altarfiguren, bewahrt im Haarschopf jedoch ein strengeres, älteres Formengut.
Aus langjährigem süddeutschem Privatbesitz.
Hiermit wird die einwandfreie Herkunft der vorliegenden Skulptur bestätigt. Sie ist zum Zeitpunkt des Verkaufs frei von Rechten Dritter.

Die Skulptur verbindet die ruhige Eleganz des sogenannten Weichen Stils mit den zunehmend kantigen Faltenformen der ausgehenden Spätgotik.
Besonders der sorgfältig geschnitzte Haarschopf, die ausgewogenen Proportionen sowie die qualitätsvolle Gewandbehandlung weisen auf eine leistungsfähige Werkstatt im mitteldeutschen Raum hin.

Äußerst seltenes Exemplar einer Inkunabelausgabe des berühmt-berüchtigten „Malleus Maleficarum“, des sogenannten „Hexenhammers“, gedruckt in der berühmten Nürnberger Offizin von Anton Koberger.
Das Werk wurde erstmalig 1486 bei Peter Drach in Speyer in Druck gegeben und stammt aus den Federn der beiden Dominikanermönche Heinrich Kramer, latinisiert zu Henricus Institoris und Jakob Sprenger, dessen Mitautorschaft heute infrage gestellt wird, obgleich das Werk traditionell eher unter des letzteren Namen geführt wird.