KURIOSITÄTENKABINETT - KUNSTKAMMERSCHRÄNKCHEN

Augsburger Kabinett – Schränkchen um 1670

OBJEKT

Kunstvolles Renaissance-Kabinettschränkchen.

ENTSTEHUNG

Augsburg, um 1670/80

MATERIAL

Ebonisierter Holzkorpus mit Messingbeschlägen. Im Inneren des Kabinetts kunstvolle Einlegearbeiten in der Frontansicht der Schubladen aus  afrikanischem Elefantenelfenbein.
CITES-Bescheinigung vorhanden.

BESCHREIBUNG

Sehr qualitätsvolles zweitüriges Kleinmöbel, sogenanntes Kabinett in prunkvoller Ausarbeitung mit sieben verzierten Schubladen mit Flammleisten, die Schubfront mit gedrechselten Dreiviertelsäulen und Rocaillen.

Die Fronten mit einem eingelegten Sternendekor aus afrikanischem Elefantenelfenbein. Der ebonisierte Holzkorpus der Kassette ist querrechteckig, gestuft im Aufbau und ist im oberen Teil zusätzlich mit einem aufklappbaren Aufsatz mit abschließbaren Klappdeckel gestaltet.

Die anmutige, exquisite Schatulle wurde Ende des 17. Jahrhunderts in Augsburg hergestellt und bekommt durch die edle Ausstattung mit Einlegearbeiten (in Sternenform) einen geheimnisvollen, stilechten Charakter. Öffnet man die mit zwei Flammleisten dekorierten Flügeltüren, zeigt sich die geschmückte Innenansicht mit einer siebenteiligen Facheinteilung. Diese sieben Eichenschubladen sind hinter elf geblendeten Schüben, alle ausgekleidet mit dem für Augsburger Arbeiten typischen sehr kunstvoll marmorierten Papier. Die Schubladen sind jeweils oben und unten über die gesamte Breite, dazwischen (links und rechts) jeweils zwei Schübe und in der Mitte befindet sich eine von Pilasten flankierte Mittelschublade mit Geheimfach in der Bodenfläche. Die klappbaren Flügeltüren des Schränkchens sind im Inneren vertäfelt und die einzelnen Reserven zeigen ebenfalls das eingelegte Stemen-Dekor aus afrikanischem Elefantenelfenbein. Den unteren Sockel des Kabinettschränkchens bildet eine große Holzschublade (ebenfalls ausgekleidet mit marmoriertem Papier) mit zentralem Knopfgriff, dieser ist in pilzförmiger Gestaltung aus afrikanischem Elefantenelfenbein geschnitzt.

Dieses Kabinett ist ein erstklassiges Beispiel deutscher Möbelkunst im 17. Jahrhundert.

An den Höfen ganz Europas waren diese Stücke mit Einlegearbeiten, oder komplett aus exotischen Materialien gefertigte Unikate sehr beliebt und modern. Als Sammler-Schatulle für Schätze einer Kunstkammer konzipiert, bildet das Möbel die Summe Augsburger Prachtentfaltung. Zu den Sammlungen von Fürsten und Königen der Barockzeit gehörte immer auch alle Arten von Kuriosa, Dinge aus der Natur wie seltene Edelsteine, ausgestopfte exotische Tiere, aber nicht selten auch makabre Objekte wie Vanitas-Symbole, geschnitzte Totenköpfe, Taschenreliquiare, Miniatur-Stundengläser und andere kleine Kostbarkeiten, für die dann ein eigenes Möbelgenre zur Aufbewahrung erdacht wurde.

ABMESSUNGEN

Höhe: 40 cm
Breite: 31 cm
Tiefe: 19,5 cm
Gewicht: 3,6 kg

ZUSTAND

Guter, genuiner Erhaltungszustand mit authentischer Patina. Typische Elfenbeinmaserungen in den einzelnen Partien aus Elfenbein sichtbar. Gut erkennbares artspezifisches Linienmuster mit passender   Winkelrichtung der Retzius`schen oder  Schreger`schen Linien im afrikanischen Elefantenelfenbein. Diese sind besonders gut in den Tiefenschichten der Einlegearbeiten und im Schubladenknopf (Griff) deutlich zu sehen. Marmorpapier im Inneren mit Schab- und Gebrauchsspuren. Vereinzelt Fehlstellen sowie kleine Ergänzungen an den Rocaillen. Die beinernen Schmuckelemente teils mit Schwundrissen. Kleinere Fehlstellen und partiell etwas Lackabrieb. Die beiden Schlösser funktionstüchtig. Schlösser und Scharniere alt restauriert bzw. später ergänzt.

REFERENZ

Beiliegend Expertise von Thomas Dennerlein, Bayreuth vom 02. Juni 20026

PROVENIENZ

Bassenge, Berlin, Auktion „Mors-Certa – Hexe,Tod & Teufel“, Oktober 2022, Lot 1540.
Davor alte sächsische Privatsammlung.

KULTURGUT SICHER ERWERBEN

Hiermit wird die einwandfreie Herkunft des vorliegenden Objektes bestätigt. Dieses ist zum Zeitpunkt des Verkaufs frei von Rechten Dritter und wurde mit der Lost-Art-Datenbank abgeglichen.
Für das Objekt liegt eine CITES-Bescheinigung vor. Eine Lieferung außerhalt der EU ist leider nicht möglich.

Preis
3.600 €
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Katrin Hofmann
Artikelnummer
N324
Süddeutsches Kunstkabinett

wohl Augsburg, um 1680

Dieses Kabinett ist ein erstklassiges Beispiel deutscher Möbelkunst im 17. Jahrhundert.

An den Höfen ganz Europas waren diese Stücke mit Einlegearbeiten, oder komplett aus exotischen Materialien gefertigte Unikate sehr beliebt und modern. Als Sammler-Schatulle für Schätze einer Kunstkammer konzipiert, bildet das Möbel die Summe Augsburger Prachtentfaltung. Zu den Sammlungen von Fürsten und Königen der Barockzeit gehörte immer auch alle Arten von Kuriosa, Dinge aus der Natur wie seltene Edelsteine, ausgestopfte exotische Tiere, aber nicht selten auch makabre Objekte wie Vanitas-Symbole, geschnitzte Totenköpfe, Taschenreliquiare, Miniatur-Stundengläser und andere kleine Kostbarkeiten, für die dann ein eigenes Möbelgenre zur Aufbewahrung erdacht wurde.

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Katrin Hofmann
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Highlight

Eines der verhängnisvollsten Bücher der Weltliteratur

Malleus maleficarum, Koberger 1493

Äußerst seltenes Exemplar einer Inkunabelausgabe des berühmt-berüchtigten „Malleus Maleficarum“, des sogenannten „Hexenhammers“, gedruckt in der berühmten Nürnberger Offizin von Anton Koberger.

Das Werk wurde erstmalig 1486 bei Peter Drach in Speyer in Druck gegeben und stammt aus den Federn der beiden Dominikanermönche Heinrich Kramer, latinisiert zu Henricus Institoris und Jakob Sprenger, dessen Mitautorschaft heute infrage gestellt wird, obgleich das Werk traditionell eher unter des letzteren Namen geführt wird.

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