VOM HERZOG PERSÖNLICH AUF SEINER TORGAUER SILBERPRESSE GEDRUCKT

Im Originaleinband des Herzog Friedrich Wilhelm I.

VERFASSER

Martin Luther (1483-1546)
Martin Hayneccius (1544-1611)
Nikolaus Reusner (1545-1602)
Friedrich Taubmann (1565-1613)

TITEL

Concionvm Diebvs Dominicis et festis domi publiceque habitarum …
Pars I. Hyberna

ÜBERSETZER

Johannes Conrad Wanckel (1553 Kemberg – 1616 Wittenberg)

DRUCKER

Friedrich Wilhelm I. Herzog von Sachsen-Weimar & Jakob Popporeich
Silberpresse auf Schloss Hartenfels, Torgau, 1596/1597

INHALT & BEDEUTUNG

Seltener Druck aus der Fürstlichen Druckerei des Herzogs Friedrich Wilhelm I. von Sachsen-Weimar in Torgau. Das Werk enthält Predigten, die, die sonntags und an Feiertagen zu Hause und öffentlich gehalten werden.

Friedrich Wilhelm I. (1562-1602) errichtete 1594 im Schloss Hartenfels eine Druckerei zur Verbreitung „nützlicher und erbaulicher Schriften“ und soll dazu Schrift-Typen aus Silber gegossen haben. Seine Druckerei wird deshalb auch als „Silberne Druckerei“ oder „Silberpresse“ bezeichnet. Verantwortlicher Drucker war Jakob Popporeich. Der Herzog selbst und seine Frau Anna Maria sollen bei Satz und Druck häufig jedoch selbst mit Hand angelegt haben. Auf der Silberpresse wurden in den Jahren 1594-1600 insgesamt 28 Schriften gedruckt und veröffentlicht.

Matthäus Merian bemerkt in seiner „Topographia Superioris Saxoniae“ in den Abhandlungen über Torgau auf Seite 183: „… daß es vorhin allhie im Schloß, ein Silberne Druckerey gehabt habe…“. Er berichtet weiter, dass im Dezember des Jahres 1635 selbige durch Feldmarschall Banner und seine schwedischen Truppen zerstört oder geplündert wurde.

Friedrich Wilhelm I. war von 1573 bis zu seinem Tode Herzog von Sachsen-Weimar. Er stammte aus der Familie der ernestinischen Wettiner. Nach dem Tod von Kurfürst August, im Jahr 1586, begann seine offizielle Regentschaft als Administrator des Sächsischen Kurstaates. Er hielt sich allerdings meist in der sächsischen Residenz Torgau auf, wo er großzügig Hof hielt. Die Regierungsgeschäfte in Weimar überließ er seinem jüngeren Bruder Johann. Mit der Volljährigkeit des Kurfürsten Christian II. endete im Jahr 1601 seine vormundschaftliche Regentschaft in Sachsen und Herzog Friedrich Wilhelm kehrte nach Sachsen-Weimar zurück.

AUSSTATTUNG

Prachtvolle breite Holzschnitt-Titelbordüre sowie 32 Textholzschnitte eines unbekannten Meisters aus der Torgauer Umgebung. Sämtliche Holzschnitte sind umgeben von einer prachtvollen Bordüre, teils mit Sachsenwappen. Sämtliche Seiten sind umrandet von einer Holzschnittbordüre, welche typisch für die Silberpresse sind.
Abmessungen: Blatt: 17,8 x 13,5 cm; Satzspiegel: 16,5 x 11,5 cm; Holzschnittrahmen: 8,5 x 7,5 cm.

KOLLATION

8 nicht num. Blatt; 816 Seiten. Vollständig.
Lagenformel: A-Z4, Aa-Zz4; Aaa-Zzz4; Aaaa-Zzzz4; Aaaaa-Kkkkk4.

EINBAND

Originaler, prachtvoll verzierter Renaissanceeinband aus der Buchbinderei des Herzogs Friedrich Wilhelm I.. Blindgeprägtes Schweinsleder über vier Bünden. Rechteckig verlaufende Streicheisenlinien sowie ornamentale Stempelrollen. Im Mittelkasten des Vorderdeckels das goldgeprägte Monogramm des Herzogs „F.W.H.Z.S.“ (Friedrich Wilhelm Herzog Zu Sachsen), die Datierung 1596 sowie mittig ein herzogliches Supralibros. Auf dem Rückendeckel mittig das goldgeprägte sächsische Wappen. Rücken mit alter handschriftlicher Beschriftung sowie späterem Titelschild. Buchblock im dreiseitigen Blauschnitt. Ausgezeichneter Zustand. Buchblock und Bindung fest und stabil. Deckel und Rücken etwas gebräunt und fleckig. Rücken etwas stärker berieben.
Quartformat 18,5 x 15 x 6 cm.

ZUSTAND

Sehr gute, genuine Erhaltung. Kräftiger Druck auf festem Papier. Durchgehend sauberes Exemplar. Papier gleichmäßig altersgebräunt. Titelblatt knapp und bis in den unteren Rand beschnitten und mit winzigem Wurmloch. Keine Ausrisse oder Verluste.

REFERENZ

Literatur: VD16 L 4894.
Bibliotheken: Lediglich in vier Bibliotheken im DACH-Bereich nachweisbar (BSB München; StaBi Berlin; FB Gotha, HAB Wolfenbüttel).

PROVENIENZ

Süddeutsche Privatsammlung

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Preis
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Tilo Hofmann
Artikelnummer
T539
DIE SILBERPRESSE DES SÄCHSISCHEN HERZOGS IN TORGAU

Friedrich Wilhelm I. (1562-1602) errichtete 1594 im Schloss Hartenfels eine Druckerei zur Verbreitung „nützlicher und erbaulicher Schriften“ und soll dazu Schrift-Typen aus Silber gegossen haben. Seine Druckerei wird deshalb auch als „Silberne Druckerei“ oder „Silberpresse“ bezeichnet. Verantwortlicher Drucker war Jakob Popporeich. Der Herzog selbst und seine Frau Anna Maria sollen bei Satz und Druck häufig jedoch selbst mit Hand angelegt haben. Auf der Silberpresse wurden in den Jahren 1594-1600 insgesamt 28 Schriften gedruckt und veröffentlicht.

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Highlight

Eines der verhängnisvollsten Bücher der Weltliteratur

Malleus maleficarum, Koberger 1493

Äußerst seltenes Exemplar einer Inkunabelausgabe des berühmt-berüchtigten „Malleus Maleficarum“, des sogenannten „Hexenhammers“, gedruckt in der berühmten Nürnberger Offizin von Anton Koberger.

Das Werk wurde erstmalig 1486 bei Peter Drach in Speyer in Druck gegeben und stammt aus den Federn der beiden Dominikanermönche Heinrich Kramer, latinisiert zu Henricus Institoris und Jakob Sprenger, dessen Mitautorschaft heute infrage gestellt wird, obgleich das Werk traditionell eher unter des letzteren Namen geführt wird.

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