Stadt Eisenach
Spätmittelalterliches Ausgabenverzeichnis der Stadt Eisenach für die Aufhängung der großen Glocke zu Eisenach.
Eisenach, 1497
Spätmittelalterliches Ausgabenverzeichnis der Stadt Eisenach für die Aufhängung oder Umhängung der großen Glocke zu Eisenach in der Georgenkirche. Deutsch-lateinische Handschrift auf Papier auf zwei Blatt.
Eines der beiden Blätter trägt alleinig die Aufschrift „Campana Major Isennacensis 1497“ (Die große Eisenacher Glocke). Das zweite Blatt, welches beidseitig beschrieben ist, verweist durch einen Zwischentitel „Distributa fabricis“ auf die Art der flüchtigen Notizen. Es handelt sich um Ausgaben der Kirchenfabrik, also für das Kirchengebäude, vermutlich der Eisenacher Georgenkirche.
Die schwer lesbaren Notizen verzeichnen in listenförmiger Aufzählung zahlreiche Einzelausgaben, meist an verschiedene Handwerks-Meister wie z.B. Jost, Heintz und Cunz. Darunter werden mehrfach Ausgaben für Werkzeuge wie „Negel und Hamer“, „Fylen“ oder Baumaterial wie Eisen und Kupfer („xx centner kupfer“) mit Bezug auf die genannte Glocke aufgeführt. So wird etwa Meister Heintz dafür bezahlt, Glockenklöppel aus Alteisen anzufertigen („klopfel ober unser altysen … zu machen“).
Meister Heinrich Fransen erhält 10 Groschen für fünf Eisenstäbe, die für die Glocke verwendet werden sollen („vor v lange ysen in den mantel zur glocken kommen itzlich isen vor 10 Groschen“, dann wird für weitere Eisenstäbe eine Ausgabe von 32 Groschen notiert („XXXII groschen vor 4 ysen oben uber die platten der glocken“). Die Rede ist auch von „da der glocken clopfel anhangt“, „in den kern zur glocken“, „darnach die glocken zu bedecken“.
Die vorliegende Handschrift stellt zum einen eine wichtige Quelle zur spätmittelalterlichen Stadtgeschichte von Eisenach dar, aus der Zeit als Martin Luther dort die Schule besuchte. Zum anderen gilt es als ein höchstseltenes Zeitzeugnis für die Glockengießerzunft des 15. Jahrhunderts dar.
Die vorliegende Handschrift dokumentiert die spätmittelalterlichen Logistikkosten für die Auf- oder Umhängung der originalen „Großen Glocke“ aus dem 13, Jahrhundert (Armesünder-Glocke), die mehr als 80 Jahre vor dem großen Umguss von 1585 (Gießer Eckhart Kucher) und über 400 Jahre vor dem spektakulären Turmaufzug von 1902 stattfand. Die heutige „Große Glocke“ (Feiertagsglocke) goss der Meister Franz Schilling in Apolda im Jahr 1960.
Die Georgenkirche ist die Stadt- und Hauptkirche von Eisenach, in der Martin Luther predigte, wodurch sie zu einem der ältesten protestantischen Gotteshäuser überhaupt wurde. Johann Sebastian Bach wurde in ihr getauft. Die große Glocke von Eisenach läutet jedes Jahr am 1. September um 20:45 Uhr als Mahnung. Hintergrund des Gedenkens an die Pulverexplosion von 1810. Am 1. September 1810 explodierten drei französische Munitionswagen mitten in der Eisenacher Georgenstraße. Mehr als 70 Menschen starben bei diesem Unglück, und viele Häuser wurden schwer beschädigt. Das abendliche Läuten der Glocke mahnt zugleich an den Beginn des Zweiten Weltkrieges am 1. September 1939.
Blatt I: 16 x 10 cm
Blatt II: 33,5 x 10 cm
Guter Erhaltungszustand. Leicht gebräunt und in den Rändern mit geringfügigen Läsuren. Das zweite Blatt gefaltet.
Aus Berliner Handel erworben.
Hiermit bestätigen wir Originalität sowie einwandfreie Herkunft der vorliegenden Urkunde. Das Objekt ist zum Zeitpunkt des Verkaufs frei von Rechten Dritter. Für die Lieferung außerhalb der EU ist eine Ausfuhrgenehmigung der deutschen Kulturbehörden erforderlich.

Die vorliegende Handschrift dokumentiert die spätmittelalterlichen Logistikkosten für die Auf- oder Umhängung der originalen „Großen Glocke“ aus dem 13, Jahrhundert (Armesünder-Glocke), die mehr als 80 Jahre vor dem großen Umguss von 1585 (Gießer Eckhart Kucher) und über 400 Jahre vor dem spektakulären Turmaufzug von 1902 stattfand. Die heutige „Große Glocke“ (Feiertagsglocke) goss der Meister Franz Schilling in Apolda im Jahr 1960.

Äußerst seltenes Exemplar einer Inkunabelausgabe des berühmt-berüchtigten „Malleus Maleficarum“, des sogenannten „Hexenhammers“, gedruckt in der berühmten Nürnberger Offizin von Anton Koberger.
Das Werk wurde erstmalig 1486 bei Peter Drach in Speyer in Druck gegeben und stammt aus den Federn der beiden Dominikanermönche Heinrich Kramer, latinisiert zu Henricus Institoris und Jakob Sprenger, dessen Mitautorschaft heute infrage gestellt wird, obgleich das Werk traditionell eher unter des letzteren Namen geführt wird.