DAS ERSTE BUCH ÜBER DIE REITKUNST DER FRÜHEN NEUZEIT

Die Reitschule von Grisone im Meistereinband

AUTOR

Federico Grisone (1507-1570)

TITEL

HIPPOKOMIKĒ.
Künstlicher Bericht Vnd allerzierlichste beschreybung des Edlen Vhesten vnnd Hochberůmbten Ehrn Friderici Grisonis Neopolitanischen hochlöblichen Adels: Wie die Streitbarn Pferdt … geschickt vnd volkommen zumachen. Jn sechs Buecher bester Ordnung woluerstendlichem Teutsch … Durch Johann Fayser den Jüngern von Arnstain des Hertzogthumbs Francken und Bistumbs Würtzburg.

DRUCK

Michael Manger für Georg Willers, Augsburg, 1570
Druckvermerk auf dem letzten Blatt.

BESCHREIBUNG

Deutsche Erstausgabe des bedeutenden Renaissance-Werkes über die Reitkunst, die Pferde in Gesamt- und Detailansicht zeigen sowie verschiedene Zaumzeuge, Reitfiguren und Turnierszenen. Von Johann Fayser vorgenommene Übersetzung und Bearbeitung von Federico Grisones neapolitanischem Reitbuchs, welches der Ausbildung von Streitpferden für den Ernstfall und das ritterliche Turnier beschreibt.

Der adelige Federico Grisone gründete 1532 die erste Reitschule für höfische Reitkunst in Neapel und begründete damit die “italienische Schule”. Sein Reitinstitut entwickelte sich schnell zur einflussreichsten Reitschule und war weit über die Tore Neapels hinaus bekannt. Grisone selbst galt als ein Meister seiner Zeit, und seine von ihm gelehrten Trainingsmethoden hatten einen großen Einfluss auf die Ausbildung von Pferden der Renaissance. Er beeinflusste viele nicht minder berühmte Schüler zutiefst und so wurden seine Lehren und Theorien z.B. von Giovanni Battista Pignatelli und seinen Schülern Salomon de la Broue und Antoine de Pluvinel auch nach Frankreich verbreitet. Grisone gilt damit als Verfasser des ersten ausführlichen Buches über die Reiterei, sieht sich aber selbst als Beschreiber und Bewahrer, nicht als Neuerer. Das Werk zur Reitkunst war ein Bestseller seiner Zeit. Zwischen 1550 und 1623 wurden einundzwanzig italienische Ausgaben gedruckt, weitere fünfzehn übersetzte Ausgaben wurden auf Französisch, sieben auf Deutsch, eine auf Spanisch und sechs auf Englisch veröffentlicht.

Das hier vorliegende Exemplar zeichnet sich durch Vollständigkeit und gute Erhaltung aus. Der Druck ist in einem Augsburger Meistereinband von Caspar Horneffer gebunden und stammt aus dem Besitz der weltberühmten Dressurreiterin Gabriela Grillo.

AUSSTATTUNG

Eine prachtvoll illustrierte Holzschnitt-Titelbordüre in Schwarz-/Rotdruck, 88 ganzseitige Holzschnitt-Tafeln, 1 doppelblattgroße Holzschnitt-Tafel am Ende.
Blattgröße: 30,5 x 20 cm; Satzspiegel: 25 x 14 cm.

KOLLATION

10 nicht num. Blatt, inkl. Holzschnitt-Titelbordüre, Vorreden und Erklärung der italienischen Wörter.
235 num. Seiten; 21 nicht num. Blatt. Vollständiges Werk.

EINBAND

Originaler Renaissance-Einband des Augsburger Meisters Caspar Horneffer (EBDB w004241). Die Deckel mit Gelehrtenrolle (Köpfe im Medaillon EBDB m000595 sowie Kur-Wappen EBDB m001517), Tugendrolle mit Fides, Spes, Caritas und Fortitudo (EBDB r003234; Haebler I 46, 7), Heiligenrolle sowie Palmettenfries-Rolle. Zwei intakte Messingschließen. Gebunden auf vier echten Bünden. Sehr guter Zustand. Deckel berieben und fleckig. Kanten und Ecken restauriert und unterledert. Buchblock fest und stabil.
Folio: 31,5 x 21,5 x 4 cm.

ZUSTAND

Sehr guter und ordentlicher Zustand. Sauberes und breitrandiges Exemplar. Durchgehend gleichmäßig nur gering gebräunt.  In den Rändern vereinzelt leicht finger- bzw. stockfleckig. Titel im Außenrand etwas stärker fleckig. Ein Einriss im Blatt dezent mit Klebstreifen restauriert. Die letzten Lagen oben im Rand schwach wasserrandig.

NACHWEIS

Literatur:  VD16 G 3371.
Bibliotheken: VD16 verzeichnet lediglich 5 Exemplare in deutschsprachigen Bibliotheken (UB Würzburg, FB Gotha, ULB Halle, Ratsbücherei Lüneburg, ÖNB Wien)

PROVENIENZ

Aus dem Besitz von Gabriela Grillo (1952-1924), Unternehmerin, Journalistin und Olympiasiegerin im Dressurreiten.

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Preis
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Katrin Hofmann
Artikelnummer
T627
Grisones Reitschule aus dem Besitz der Dressurreiterin Gabriela Grillo

Das hier vorliegende Exemplar zeichnet sich durch Vollständigkeit und gute Erhaltung aus. Der Druck ist in einem Augsburger Meistereinband von Caspar Horneffer gebunden und stammt aus dem Besitz der weltberühmten Dressurreiterin Gabriela Grillo.

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Highlight

Eines der verhängnisvollsten Bücher der Weltliteratur

Malleus maleficarum, Koberger 1493

Äußerst seltenes Exemplar einer Inkunabelausgabe des berühmt-berüchtigten „Malleus Maleficarum“, des sogenannten „Hexenhammers“, gedruckt in der berühmten Nürnberger Offizin von Anton Koberger.

Das Werk wurde erstmalig 1486 bei Peter Drach in Speyer in Druck gegeben und stammt aus den Federn der beiden Dominikanermönche Heinrich Kramer, latinisiert zu Henricus Institoris und Jakob Sprenger, dessen Mitautorschaft heute infrage gestellt wird, obgleich das Werk traditionell eher unter des letzteren Namen geführt wird.

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