Wolfgang von Regensburg (924-994)
Otloh von St. Emmeram (1010-1070)
Wolfgang Seidel (1491-1562)
Die Wolfgangslegende.
Incipit Vita divi Wolfgangi praesulis eximij.
Johann Weißenburger, Landshut, 22. Februar 1516
Erste lateinische illustrierte Ausgabe dieser Lebensbeschreibung des Heiligen Wolfgang, mit allen Lebensstationen von der Taufe bis zum Tod, besonders ausführlich über die angeblichen Wunder während seines Aufenthalts am Wolfgangsee (Oberösterreich). Die lateinische Texte sind als Bildbeschreibungen konzipiert, welche die Ereignisse aus dem Leben des Heiligen Wolfgang darstellen.
Am Ende finden sich Berichte über 9 Wunderheilungen, die sich in St. Wolfgang in den Jahren 1511 bis 1515 zugetragen haben. Die Schrift wurde sehr wahrscheinlich im Kloster Mondsee verfasst, um die Wallfahrt nach St. Wolfgang zu fördern. Die Texte beruhen überwiegend auf der Wolfgangsvita des Otloh von St. Emmeram. Auch die Holzschnitte könnten in dem genannten Kloster entstanden sein, denn dort wurden auch Heiligenbildchen für die Pilger gedruckt. Der Druck enthält auch Texte zur liturgischen Verehrung des Heiligen, vorangestellt ist ein Gedicht in 9 elegischen Distichen, inklusive der „Moribus ingenuis vera tum religione“ (vgl. BAdW, Geschichtsquellen des deutschen Mittelalters).
72 nicht num. Blatt, das letzte weiß. Vollständig.
Lagenpaginierung: A-I8.
Einspaltige gotische Type mit 25 Zeilen. Ab Blatt I1 in Schwarz-Rot-Druck.
52 ganzseitige Textholzschnitte von 49 Stöcken.
Blattgröße: 14 x 9 cm; Satzspiegel: 11 x 7,5 cm.
Dunkelgraugrüner Maroquinledereinband um 1900. 5 Bünde. Deckel mit blindgeprägten Deckelfileten. Buchblock mit dreiseitigem Goldschnitt. Einband signiert von A. Chatelin. Spiegel und Vorsätze mit Maroquinpapier. Sehr guter Zustand. Gelenke und Kanten leicht berieben. Buchblock und Bindung fest und stabil.
Oktavformat: 14,5 x 10 x 1,3 cm.
Genuin und sehr gut erhaltener Druck. Durchgehend sauberes Exemplar. Etwas knapp beschnitten. Sonst perfekter Zustand ohne Mängel, Risse oder Verluste.
Literatur: VD16 L 868; Schottenloher Nr. 31; Acta Sanctorum quotquot toto orbe coluntur. November, vol. 2,1, Bruxellis 1894, 536; I. Zibermayr, Die St. Wolfganglegende in ihrem Entstehen und Einflusse auf die österreichische Kunst, Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereines (Linz) 80 (1922/23) 139-188; I. Zibermayr, St. Wolfgang am Abersee. Seine Legende und ihr Einfluß auf die österreichische Kunst, Horn 1961, 39-50.
Bibliotheken: VD16 verzeichnet Exemplare in lediglich 9 Bibliotheken im DACH-Bereich.
Handel: Reiss, Königstein, 2022, A209, Lot417, ZS 4.500 €; Ventor & Hanstein, Köln, 2021, A162, Lot246, ZS 7.000 €; Zisska & Kistner, 2000, A35, Lot756, ZS 6.900 €.
Aus dem Besitz von Renate König (1928-2024) – deren Exlibris aus der zweiten Hälfte des 20. Jhd. auf dem vorderen Vorsatz. Renate König war geschäftsführende Gesellschafterin der König-Brauerei in Duisburg sowie Kunstsammlerin und Mäzenin
Ferner ein von uns undefinierbares christlich geprägtes Exlibris mit dem Monogramm „DP“ vor dem Doppelkreuz und einem individuellen Wappen mit Rosen und Löwenköpfen und dem Buchstaben „M“ aus der ersten Hälfte des 20. Jhd.
Hiermit wird die einwandfreie Herkunft des vorliegenden Werkes bestätigt. Es ist zum Zeitpunkt des Verkaufs frei von Rechten Dritter und wurde mit der Lost-Art-Datenbank abgeglichen.

Erste lateinische illustrierte Ausgabe dieser Lebensbeschreibung des Heiligen Wolfgang, mit allen Lebensstationen von der Taufe bis zum Tod, besonders ausführlich über die angeblichen Wunder während seines Aufenthalts am Wolfgangsee (Oberösterreich). Die lateinische Texte sind als Bildbeschreibungen konzipiert, welche die Ereignisse aus dem Leben des Heiligen Wolfgang darstellen.

Äußerst seltenes Exemplar einer Inkunabelausgabe des berühmt-berüchtigten „Malleus Maleficarum“, des sogenannten „Hexenhammers“, gedruckt in der berühmten Nürnberger Offizin von Anton Koberger.
Das Werk wurde erstmalig 1486 bei Peter Drach in Speyer in Druck gegeben und stammt aus den Federn der beiden Dominikanermönche Heinrich Kramer, latinisiert zu Henricus Institoris und Jakob Sprenger, dessen Mitautorschaft heute infrage gestellt wird, obgleich das Werk traditionell eher unter des letzteren Namen geführt wird.