Lucas Cranach d.Ä. (1472-1553), Werkstatt des
Johann Friedrich I, genannt der Großmütige, Kurfürst von Sachsen (1503-1554)
Wittenberg, um 1535
Öl auf Buchenholz, weiß kreidegrundiert.
Restauriert und in einen passenden Holz-/Stuckrahmen aus dem 18./19. Jahrhundert gerahmt.
Holzplatte 20 x 14 cm; Rahmen: 32 x 26 cm.
Brustbild des Kurfürsten im Dreiviertelprofil nach rechts vor blaugrauem Hintergrund. Mit der rechten Hand den Pelzkragen haltend. Am Zeigefinger dieser Hand trägt er den Kurfürstenring.
Lucas Cranach d. Ä. und seine Werkstatt haben den sächsischen Kurfürsten Johann Friedrich (1503-1553) mehrfach dargestellt. Vorliegendes Gemälde stammt aus der Sammlung Stroganov. Es wiederholt einen Darstellungstyp, der den Kurfürsten als Halbfigur mit perlenbesticktem Kragen und Pelzmuff in den Händen vor blauem Hintergrund zeigt.
Drei Porträts dieses Typus sind bekannt und werden Lucas Cranach d. Ä. und seiner Werkstatt zugeschrieben: Das Bildnis des Kurfürsten aus der Burg Güssing in der Landesgalerie Burgenland, Eisenstadt. Das dazu gehörige Gegenstück zeigt die Gemahlin des Kurfürsten, Sibylle, Kurfürstin von Sachsen, und ist 1535 datiert (siehe Cranach Digital Archive, ID AT_LGB_128). Zwei weitere Versionen haben ein fast deckungsgleiches Format wie das vorliegende Bildnis: Das Gemäldepaar mit Kurfürsten und Kurfürstin aus dem Gothaer Schloss, das ebenfalls 1535 datiert ist (Cranach Digital Archive, ID DE_SMG_SG13) und das mit Schlangensignet signierte Gemäldepaar in der Veste Coburg (DE_KSVC_M021), das um 1536 datiert wird.
Lucas Cranach war 1504 vom sächsischen Kurfürsten Friedrich dem Weisen zum Hofmaler ernannt worden. 1505 eröffnete er seine Werkstatt in der Residenzstadt Wittenberg. Bis zu seinem Tode diente der Künstler auch den beiden nachfolgenden sächsischen Kurfürsten Johann dem Beständigen und Johann Friedrich dem Großmütigen. Zu Martin Luther verband ihn eine enge Freundschaft und sein künstlerisches Schaffen war für die Verbreitung der Reformation von großer Bedeutung.
Johann Friedrich I., genannt „der Großmütige“ (1503–1554), war Kurfürst von Sachsen von 1532 bis 1547 und danach Herzog von Sachsen. Er war ein wichtiger Unterstützer der Reformation und ein Gönner Martin Luthers. Er verlor seine Kurwürde und einen Teil seiner Ländereien nach der Gefangennahme in der Schlacht bei Mühlberg 1547, behielt aber seine Großmütigkeit bei, indem er im Gefängnis die Hohe Schule in Jena gründete, die später zur Universität wurde. Seinen Beinamen „der Großmütige“ erhielt er für seinen Einsatz für die Reformation und als Gönner Martin Luthers. Nach fünfjähriger Gefangenschaft kam er dank des Passauer Vertrages wieder frei und verbrachte seine letzten Lebensjahre in Weimar. Dort wurde er auch beerdigt.
Auf dem Kragen in Perlenstickerei ein sich wiederholendes „S“. Reste einer Inschrift oben rechts: „JOHANNN FRI(…)“, was darauf hindeutet, dass dieses Bildnis aus Portraitserie stammt.
Prof. Dr. Gunnar Heydenreich, Diana Blumenroth, CICS, TH Köln, Untersuchungsbericht 23-0554, 2. Oktober 2023. Die kunsttechnologische Untersuchung der Tafel durch Prof. Dr. Heydenreich half die Zuschreibungsfrage zu klären. Er hält die Entstehung des Gemäldes in der Wittenberger Cranach-Werkstatt für möglich.
„Besonderheiten in Unterzeichnung und Materialverwendung lassen jedoch die Entstehung im Umfeld oder zu einem späteren Zeitpunkt nicht ausschließen. Einige Gestaltungselemente, wie z.B. die Kette, Gewandbordüren und der Kurfürstenring weisen Ähnlichkeiten mit Werken des Meisters I.S. auf. Auch unterzeichnete der Meister I.S. noch in den 1560er Jahren Porträts mit einem flüssigen Zeichenmedium und ähnlichen Stilmerkmalen.“
Heydenreich vermutet, dass das Gemälde Teil einer Porträtserie war. Darauf deutet die in Resten erhaltene Aufschrift „JOHANN FRI…“ am oberen Bildrand hin. Er zieht einen Vergleich mit der Porträtserie des Meisters I.S. aus der Zeit um 1560 in der Gothaer Kunstkammer Ernst des Frommen (Cranach Digital Archive DE_KSVC_M024).
TECHNISCHE UNTERSUCHUNGSMETHODEN
– Stereomikroskopie
– RF-Analyse (Niton XL3t GOLDD+)
– UV-Untersuchung
– Röntgengrobstrukturanalyse (Oehm u. Rehbein, Leonardo/ Varex-Perkin Elmer XRPad2 4336)
– Infrarot-Reflektografie (Osiris, 900-1700 nm)
Optisch in einem guten Zustand. Die aus zwei Brettern bestehende Holztafel in vertikaler Faserrichtung verleimt (rückseitig sichtbar). Rückseitig ist die Holzplatte geschliffen und mit einer zeitgenössischen Handschrift auf Papier bezogen. U.a. findet sich in der Handschrift ein Verweis auf „Carol V.“, dem Kaiser Karl V., was ein Hinweis auf die Authentizität des Blattes ist.
Die weitreichenden Untersuchungen von Prof. Heydenreich ergaben etliche, optisch mit dem Auge nicht sichtbare Verputzungen und Beschädigungen, insbesondere im Bereich des Inkarnates und der Barthaare. Die ursprüngliche Inschrift am oberen rechten Rand wurde weitgehend entfernt. Signifikante Veränderungen der ursprünglichen Komposition des Gemäldes sind nicht erkennbar.
Dekorativer Holz-/Stuckrahmen des 18./19. Jahrhunderts. Das Schild im unteren Rahmenrand verweist auf Lucas Cranach dem Jüngeren (siehe Lebensdaten 1515-1586), eine Zuschreibung, die Prof. Heydenreich nicht bestätigt.
Hiermit werden Originalität und die einwandfreie Herkunft des vorliegenden Gemäldes bestätigt.
Wir verkaufen das Gemälde im Auftrag eines Hamburger Sammlers.

Prof. Dr. Gunnar Heydenreich, Diana Blumenroth, CICS, TH Köln, Untersuchungsbericht 23-0554, 2. Oktober 2023. Die kunsttechnologische Untersuchung der Tafel durch Prof. Dr. Heydenreich half die Zuschreibungsfrage zu klären. Er hält die Entstehung des Gemäldes in der Wittenberger Cranach-Werkstatt für möglich.
„Besonderheiten in Unterzeichnung und Materialverwendung lassen jedoch die Entstehung im Umfeld oder zu einem späteren Zeitpunkt nicht ausschließen. Einige Gestaltungselemente, wie z.B. die Kette, Gewandbordüren und der Kurfürstenring weisen Ähnlichkeiten mit Werken des Meisters I.S. auf. Auch unterzeichnete der Meister I.S. noch in den 1560er Jahren Porträts mit einem flüssigen Zeichenmedium und ähnlichen Stilmerkmalen.“
Heydenreich vermutet, dass das Gemälde Teil einer Porträtserie war. Darauf deutet die in Resten erhaltene Aufschrift „JOHANN FRI…“ am oberen Bildrand hin. Er zieht einen Vergleich mit der Porträtserie des Meisters I.S. aus der Zeit um 1560 in der Gothaer Kunstkammer Ernst des Frommen (Cranach Digital Archive DE_KSVC_M024).

Äußerst seltenes Exemplar einer Inkunabelausgabe des berühmt-berüchtigten „Malleus Maleficarum“, des sogenannten „Hexenhammers“, gedruckt in der berühmten Nürnberger Offizin von Anton Koberger.
Das Werk wurde erstmalig 1486 bei Peter Drach in Speyer in Druck gegeben und stammt aus den Federn der beiden Dominikanermönche Heinrich Kramer, latinisiert zu Henricus Institoris und Jakob Sprenger, dessen Mitautorschaft heute infrage gestellt wird, obgleich das Werk traditionell eher unter des letzteren Namen geführt wird.