PRUNKVOLLES BAROCKES KIRCHENSILBER AUS DER DIÖZESE TRIER

Silberne Reliquientafel mit 12 Reliquien erster Klasse

OBJEKT

Große silberbeschlagene Reliquientafel.

ENTSTEHUNG

Raum St. Wendel / Bernkastel-Kues, zwischen 1700-1750
Silberarbeiten möglicherweise auch Augsburg

MATERIAL

Silberbeschlagener Holzkorpus, Glas und Wachs
Silberblech gedrückt, getrieben, ziseliert, teilweise vergoldet
Silber säuregeprüft

MEISTER

unbekannt, ungepunzt

BESCHREIBUNG

Überaus prunkvoller und in hoher Qualität geschaffener barocker Reliquienschrein (auch Reliquiar, Reliquientafel oder Reliquienpyramide). Mit prachtvoll verzierten Silberblech beschlagener, aus zwei Teilen bestehender, zusammengeschraubter Holzkorpus in Form einer Pyramide. Schauseitig die überaus prachtvoll gefertigte Silberblechplatte, in der sich Stilelemente von Renaissance und Barock finden lassen. Ränder und Fenster sind mit prachtvollen barocken Rocaillen versehen, in den Flächen kartuschenähnliche Bandwerkverzierungen, wie sie in der Renaissance üblich waren. Oben bekrönen drei vergoldete Putten und zwei Fruchtkörbe die Pyramide. In diese eingelassen die zwölf Fenster, in denen sich die Reliquien befinden. Die Fenster sind eingefasst von vergoldeten Rocaille-Rahmen und mit facettierten Glas versehen.

In den 12 Fenstern der Pyramide befinden sich 12 Reliquienkapseln welche auf der Rückseite jeweils mit einem roten Siegel versiegelt sind. Die Siegel tragen das Wappen des Kardinals Nikolaus von Kues sowie der Diözese Trier.

Nikolaus von Kues (1401-1464), auch Cusanus, war ein deutscher Philosoph, Theologe, Mathematiker und Physiker. Er wurde in Bernkastel-Kues geboren und starb in Todi, Italien.

Das Wappen des Cusanus findet man heute zum Beispiel auf der steinernen Kanzel in der Basilika St. Wendelin in St. Wendel, was eine Entstehung dieses Reliquiars im Raum St. Wendel / Bernkastel-Kues als gesichert erscheinen lässt. Es ist anzunehmen, dass derartige Siegel bis ins 18. Jahrhundert hinein von den ansässigen Würdenträgern im Bistum Trier noch verwendet wurden.

Insgesamt sind Reliquien erster Klasse von 14 Heiligen zu finden, wie zum Beispiel: Heiliger Franziskus von Assisi, Heilige Klara von Assisi, Heilige Helena (Mutter von Kaiser Konstantin), Heilige Dorothea, Heilige Juliana Falconieri, die Heilige Silvia u.a.

Als Reliquien erster Klasse gelten alle Körperteile von Heiligen, insbesondere Knochen oder auch Blut. Bei Heiligen, deren Körper verbrannt wurden, gilt die Asche als solche.

Alles in allem stellt dieser Schrein ein bedeutsames und kunstvoll gefertigtes Kunstobjekt dar, welches seinesgleichen sucht. Derart prunkvolle Arbeiten finden wir in vergrößerter Form im Kaiserschatz in der Kapuzinerkirche in Wien, der Kaisergruft der Habsburger.

ABMESSUNGEN

Höhe: 50 cm
Breite: 21 cm
Tiefe: 7 cm
Gewicht:  795 g

ZUSTAND

Sehr guter Zustand mit nur geringen Alters- und Gebrauchsspuren. Schauseite im tadellosen Zustand. Die Siegel auf der Rückseite mit Randausbrüchen.

REFERENZ

Walter Hauth, Trier und Nikolaus von Kues. Trier 1990; Heiner Martini, Der Krebs in der Reuse. Nikolaus von Kues. Trier 1986.

PROVENIENZ

Fränkische Privatsammlung.

KULTURGUT SICHER ERWERBEN

Hiermit wird die einwandfreie Herkunft dieses Objektes bestätigt. Dieses ist zum Zeitpunkt des Verkaufs frei von Rechten Dritter und wurde mit der LostArt-Datenbank abgeglichen.

Preis
5.900 €
Haben Sie Interesse am Objekt?
Schreiben Sie mir gerne eine E-Mail
Katrin Hofmann
Artikelnummer
S868
Prunkvoller Reliquienschrein mit Siegeln des Nikolaus von Kues

St. Wendel / Bernkastel-Kues, 1700-1750

Nikolaus von Kues (1401-1464), auch Cusanus, war ein deutscher Philosoph, Theologe, Mathematiker und Physiker. Er wurde in Bernkastel-Kues geboren und starb in Todi, Italien.

Das Wappen des Cusanus findet man heute zum Beispiel auf der steinernen Kanzel in der Basilika St. Wendelin in St. Wendel, was eine Entstehung dieses Reliquiars im Raum St. Wendel / Bernkastel-Kues als gesichert erscheinen lässt. Es ist anzunehmen, dass derartige Siegel bis ins 18. Jahrhundert hinein von den ansässigen Würdenträgern im Bistum Trier noch verwendet wurden.

Haben Sie Interesse am Objekt?
Schreiben Sie mir gerne eine E-Mail
Katrin Hofmann
Zum Anfang der Seite

Highlight

Wahrlich ein unglaublicher Schatz!

Das Vierte gedruckte Buch:
Schöffers Durandus von 1459

Diese hier vorliegende Druckausgabe der „Rationale“ von Durandus ist von höchster Bedeutung für die Geschichte der Typographie und gilt als das dritte datierte und vierte überhaupt gedruckte Buch. Vorausgegangen waren lediglich die um 1455 gedruckte Gutenbergbibel sowie die ebenfalls in der Offizin von Fust und Schöffer entstandenen Psalter vom 14. August 1457 und vom 29. August 1459. Eigens für diesen Druck schuf Peter Schöffer die sogenannte „Durandus-Type“, eine Gotico-Antiqua, die Elemente der Rotunda mit den Stilmerkmalen der italienischen Humanistenhandschriften verbindet.

Ähnliche Artikel