„WENNGLEICH DAS GLAS ZERBRICHT, STEHT DOCH DIE FREUNDSCHAFTSPFLICHT“

Sächsischer Adelspokal mit Spiegelmonogramm

OBJEKT

Barocker Erotikapokal.

ENTSTEHUNG

Sachsen, Dresden, Ostrahütte, datiert 1722

MATERIAL

Farbloses Glas, geschliffen.

BESCHREIBUNG

Sächsischer Prachtpokal mit Spiegelmonogramm. Auf Scheibenfuß mit Abriss vier große symmetrische Rankenornamente mit Akanthuslaub und Quasten. Balusterschaft und gedrückter Kugelnodus facettiert, zwischen zwei Ringscheiben. Querfacettierter Kuppaansatz. Auf Wandung geschnittener, teils polierter Dekor: hochovale Blumenkartusche, darin auf kleinem Terrainsockel zwei Herren in Zeittracht vor einem Obelisken mit Datierung „1722“, sich die rechte Hand reichend. Darüber die Inschrift „In fragili stabilis“ (Stabil im Zerbrechlichen). Die Kartusche ist umgeben von zwei Schriftbändern: „wen gleich das glass zerbricht.“ und „steht doch die freundschafts pflicht“. Rückseitig bekröntes Spiegelmonogramm „MA“ mit Schriftband „Perennet“ (Es wird dauern.).

ABMESSUNGEN

Höhe:  23,5 cm
Durchmesser Lippe: 10,8 cm
Durchmesser Fuß: 11,8 cm

ZUSTAND

Ausgezeichnete Erhaltung. Keine Chips oder Beschädigungen. Bodenrand unten mit Bereibungen. Mit den für handgemachten Glas dieser Zeit üblichen Lufteinschlüssen.

PROVENIENZ

Sammlung Dr. Zahn.

LITERATUR

Rainer Rueckert, Glassammlung des Bayerischen Nationalmuseums Muenchen, Kat.-Nr. 844 (Kuppa und Kuppaansatz ähnlich); Gisela Haase, Sächsisches Glas, Kat.-Nr. 136.

KULTURGUT SICHER ERWERBEN

Hiermit wird die einwandfreie Herkunft des Pokals bestätigt. Er ist zum Zeitpunkt des Verkaufs frei von Rechten Dritter.

Preis
4.600 €
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Tilo Hofmann
Artikelnummer
S571
GLÜCKSBURG UND OSTRA – DIE GLASHÜTTEN AUGUST DES STARKEN

Da das Porzellan noch nicht erfunden war und dieses auch nicht die kurfürstlichen Probleme der Beschaffung von Weinpokalen gelöst hätte und die kurfürstlich-sächsische Glashütte in Pretzsch aus Mangel an Brennholz zum Erliegen gekommen war, ordnete Kurfürst August der Starke am 28. Mai 1700 die Errichtung zweier neuer Glashütten in geeigneteren Gefilden an. Die eine sollte vor dem Wilsdruffer Tor in Dresden (Ostra-Allee) erbaut werden und die zweite beim Jagdhaus Glücksburg. Die drei aus Italien stammenden Brüder aus der Glasmacherfamilie Fremel erhielten hierzu den Bau- Betreiberauftrag und durften hierzu das Jagdhaus Glücksburg zur Miete bewohnen. Doch auch hier wurde ab 1739 das Brennholz knapp. 1750 wanderte Hüttenmeister Hellwig zur Baruther Glashütte ab und es kam 1751 zur Stilllegung der Hütte, welche dann im Siebenjährigen Krieg durch preußische Truppen geplündert wurde und die Produktion endgültig zum Erliegen kam.

Das in Glücksburg produzierte Glas war von guter Qualität und sehr begehrt. So wurde zum Beispiel 1728 Glas im Wert von rund 21.500 Talern erzeugt (vgl. Haase, Sächsisches Glas). In Glücksburg wurden vorwiegend Gläser für den niederen Adel und das reichere Bürgertum hergestellt. Ab 1750 wurden die noch vorhandenen Glücksburger Glasbestände in Dresden weiter veredelt und geschliffen.

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Highlight

Eines der verhängnisvollsten Bücher der Weltliteratur

Malleus maleficarum, Koberger 1493

Äußerst seltenes Exemplar einer Inkunabelausgabe des berühmt-berüchtigten „Malleus Maleficarum“, des sogenannten „Hexenhammers“, gedruckt in der berühmten Nürnberger Offizin von Anton Koberger.

Das Werk wurde erstmalig 1486 bei Peter Drach in Speyer in Druck gegeben und stammt aus den Federn der beiden Dominikanermönche Heinrich Kramer, latinisiert zu Henricus Institoris und Jakob Sprenger, dessen Mitautorschaft heute infrage gestellt wird, obgleich das Werk traditionell eher unter des letzteren Namen geführt wird.

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