Höfischer Barockpokal.
Sachsen, Ostrahütte Dresden, um 1720
Farbloses Glas, geschliffen
Höfischer Barockpokal mit Türkenmotiven. Leicht ansteigender Scheibenfuß mit geschliffenem Blatt- und Blütenwerk. Wabenförmig facettierter Balusterschaft mit eingestochener Luftblase sowie Ansatz der konischen Kuppa, ebenso wabenfacettiert. Geschnittener, teilweise geblänkter Dekor aus Bandelwerk mit orientalischem Maskaron sowie türkischen Trophäen. Die türkische Motivik dürfte mit der auch von König August dem Starken geförderten Türkenmode zusammenhängen.
Höhe: 20,5 cm
Durchmesser Lippe: 8,8 cm
Durchmesser Fuß: 9,8 cm
Gute bis sehr gute Erhaltung. Im oberen Rand innen einige querverlaufende Kratzer. Oben am Schaft mit sowie Kuppa Mittig mit kleinen Fremdeinschlüssen im Glas. Mit den für handgemachten Glas dieser Zeit üblichen Lufteinschlüssen.
Sammlung Dr. Zahn, Norddeutschland.
G. Haase: Sächsisches Glas. Geschichte, Zentren, Dekorationen. Lizenzausgabe. Klinkhardt u. Biermann, München, 1988
Hiermit wird die einwandfreie Herkunft des Pokals bestätigt. Er ist zum Zeitpunkt des Verkaufs frei von Rechten Dritter.

Da das Porzellan noch nicht erfunden war und dieses auch nicht die kurfürstlichen Probleme der Beschaffung von Weinpokalen gelöst hätte und die kurfürstlich-sächsische Glashütte in Pretzsch aus Mangel an Brennholz zum Erliegen gekommen war, ordnete Kurfürst August der Starke am 28. Mai 1700 die Errichtung zweier neuer Glashütten in geeigneteren Gefilden an. Die eine sollte vor dem Wilsdruffer Tor in Dresden (Ostra-Allee) erbaut werden und die zweite beim Jagdhaus Glücksburg. Die drei aus Italien stammenden Brüder aus der Glasmacherfamilie Fremel erhielten hierzu den Bau- Betreiberauftrag und durften hierzu das Jagdhaus Glücksburg zur Miete bewohnen. Doch auch hier wurde ab 1739 das Brennholz knapp. 1750 wanderte Hüttenmeister Hellwig zur Baruther Glashütte ab und es kam 1751 zur Stilllegung der Hütte, welche dann im Siebenjährigen Krieg durch preußische Truppen geplündert wurde und die Produktion endgültig zum Erliegen kam.
Das in Glücksburg produzierte Glas war von guter Qualität und sehr begehrt. So wurde zum Beispiel 1728 Glas im Wert von rund 21.500 Talern erzeugt (vgl. Haase, Sächsisches Glas). In Glücksburg wurden vorwiegend Gläser für den niederen Adel und das reichere Bürgertum hergestellt. Ab 1750 wurden die noch vorhandenen Glücksburger Glasbestände in Dresden weiter veredelt und geschliffen.

Äußerst seltenes Exemplar einer Inkunabelausgabe des berühmt-berüchtigten „Malleus Maleficarum“, des sogenannten „Hexenhammers“, gedruckt in der berühmten Nürnberger Offizin von Anton Koberger.
Das Werk wurde erstmalig 1486 bei Peter Drach in Speyer in Druck gegeben und stammt aus den Federn der beiden Dominikanermönche Heinrich Kramer, latinisiert zu Henricus Institoris und Jakob Sprenger, dessen Mitautorschaft heute infrage gestellt wird, obgleich das Werk traditionell eher unter des letzteren Namen geführt wird.