Monumentales gotisches Buchpult.
Deutschland, wohl um 1500 und später ergänzt
Adler Eichenholz, Ständer Nussbaumholz, Buchauflage Eisen
Höchstseltenes Pult für monumentale liturgische Bücher (Missale, Antiphonare, Breviarien) für katholische Messverrichtungen , wie sie in den Kathedralen der Gotik in West- und Mitteleuropa Verwendung fanden.
Auf einem Dreipass-Fuß mit geschnitzten dämonischen Maskeron-Aufsätzen gelagerter, gotischer Schaft. Dieser im ornamentierten, schuppenförmig geschnitzten, klassisch gotischen Dekor. Der über einen Eisenbolzen aufsteckbare, schwere, auf einer Kugel fußenden Adler trägt rückseitig die eiserne Buchauflage.
Für diese Zeit klassischen Adlerpult. Der Adler ist sorgfältig aus Eichenholz Holz geschnitzt, mit ausgebreiteten Flügeln, die die Auflagefläche für das aufgeschlagene liturgische Buch bilden. Symbolisch steht der Adler für den Evangelisten Johannes und ist gleichzeitig ein Sinnbild für die Erhebung des göttlichen Wortes. Der Adler steht mit seinen Klauen sinnbildlich auf dem Globus als Symbol für die Weltherrschaft Christi.
Unser Exemplar ähnelt dem Exemplar, welches im Naumburger Dom steht. Es wirkt wie ein mitteldeutsches, spätgotisches/ frührenaissancezeitliches Adlerpult – typologisch nah an dem, was man in Saale-/Elbe-Raum (Naumburg, Thüringen, Sachsen-Anhalt) um ca. 1480-1520 findet.
Höhe: 187 cm
Beinbreite: 70 cm
Eiserne Buchauflage: 60 x 50 cm
Gewicht: ca. 25 kg
Ungewöhnlich gute Erhaltung mit nur wenig Alters- und Gebrauchsspuren. Schöne, gewachsene Alterspatina. Holz mit einigen unproblematischen Spannungsrissen. Eisenauflagen wohl alt erneuert. Die drei Beine gestiftet und etwas locker, statisch jedoch stabil. Ein Ohr eines Fabelwesens gebrochen und neu angesetzt.
Schweizer Privatsammlung.
Hiermit wird die einwandfreie Herkunft dieses Objektes bestätigt. Dieses ist zum Zeitpunkt des Verkaufs frei von Rechten Dritter.

Derartige Ständer fanden im Rahmen von katholischen Messen, in den Kathedralen während der Gotik in West- und Mitteleuropa Verwendung. Auf diesen fanden die handschriftlichen Messbücher wie Antiphonare, Missale und Breviarien Platz. Die Geistlichen konnten somit während der Messe stehend die Texte und Notationen der Liturgien sehen und diese sicher akustisch wiedergeben. Sie waren sozusagen die ersten Teleprompter der Menschheit.

Äußerst seltenes Exemplar einer Inkunabelausgabe des berühmt-berüchtigten „Malleus Maleficarum“, des sogenannten „Hexenhammers“, gedruckt in der berühmten Nürnberger Offizin von Anton Koberger.
Das Werk wurde erstmalig 1486 bei Peter Drach in Speyer in Druck gegeben und stammt aus den Federn der beiden Dominikanermönche Heinrich Kramer, latinisiert zu Henricus Institoris und Jakob Sprenger, dessen Mitautorschaft heute infrage gestellt wird, obgleich das Werk traditionell eher unter des letzteren Namen geführt wird.