Prachtvolles Eisenkästchen mit Sinnspruch
Eisen, geätzt, graviert und ziseliert.
Nürnberg, um 1580
Der gravierte Sinnspruch auf 1629 datiert!
Überaus seltene und kuriose Nürnberger Eisenkassette mit außerordentlich kunstvollen Ziselierungen und graviertem Sinnspruch. Auf Kugelfüssen stehende, quaderförmige Schatulle. Vernieteter, scharniergelagerter Deckel mit klappbarem Henkel über Schlüsselloch-Rosette mit drehbarer Abdeckung. Auf dem Deckel sowie allen Seitenflächen prachtvoll geätztes Dekor mit kassettenförmiger Rahmung. In den Feldern fein ziselierte Szenen: vorn ein zuprostendes Hochzeitspaar in zeitgenössischer Tracht, an den Seiten der kaiserliche Reichsadler, rückseitig zwei streitende Adler, oben ebenso figürlicher Dekor. Auf der Bodenplatte geätzter Sinnspruch:
„Als verthon vor minem Ende, macht ein richtig Thestement, und wer das selbig hat gedon, last seine Erben bedtle gon, Anno 1629“.
Funktionsfähige Schlossmechanik mit zwei Zuhaltungen und passendem Hohldornschlüssel. Innen ungefasste Originalsubstanz. Ein außergewöhnliches und museales Stück.
Höhe: 9 cm
Breite: 11,8 cm
Tiefe: 7,2 cm
Gewicht: 510 Gramm
Noch guter Zustand mit Alters- und Gebrauchsspuren. Oberflächen mit leichten Korrosionsspuren und kleineren Fehlstellen und in den Rändern mit Ausbrüchen. Deckelfläche korrosionsnarbig. Teils alt restauriert. Schlossmechanismus voll intakt. Weitgehend genuines Exemplar einer für diese Zeit typische Nürnberger Schatulle.
Süddeutscher Privatbesitz.
Hiermit wird die einwandfreie Herkunft der vorliegenden Schatulle bestätigt. Dieser ist zum Zeitpunkt des Verkaufs frei von Rechten Dritter.

Der hier im Jahr 1629 gravierte kuriose und humoresk anmutende Sinnspruch
„Als verthon vor minem Ende, macht ein richtig Thestement, und wer das selbig hat gedon, last seine Erben bedtle gon, Anno 1629“.
stellt ein einzigartiges Zeugnis der damaligen Denkweise bezüglich ERben und Ausstattung der Nachfahren dar. Dennoch und gerade deshalb ist dieser Spruch nach fast 400 Jahren immernoch aktuell.


Ein 350 Jahre altes Meisterwerk der Technik aus Eisen, Bronze, Stein und Holz erzeugt einen Herzschlag der Zeit, der ganze Generationen begleitete. Die Zahnräder greifen vollendet ineinander, sie messen die Stunden mit Präzision – und mahnen, dass auch unser Maß begrenzt ist.
Dieses monumentale Uhrwerk des 17. Jahrhunderts ist mehr als ein Mechanismus aus Eisen und Zahnrad – es ist ein Sinnbild menschlicher Kunst und Vergänglichkeit. In vollendeter Präzision schlägt es die Stunden, ordnet den Tag und erhebt den Blick zum Ewigen. Doch jeder Schlag ruft auch ins Gedächtnis: Wie das Räderwerk unaufhaltsam kreist, so rinnt auch das Leben dahin – ein klingendes Memento mori im Takt der Jahrhunderte.