SELTENER BAROCKBECHER MIT TULPEN UND MOHNBLUMEN

Christoff Becker, Neumarkt (Halle a.d.S.) um 1670

OBJEKT

Barocker Tulpenbecher

ENTSTEHUNG

Neumarkt (seit 1817 zu Halle an der Saale gehörig), um 1670
Beschauzeichen: Horizontal geteiltes Schild, im unteren Teil ein Dreiberg

MEISTER

Christoff Becker II.
Meisterzeichen „CB“

MATERIAL

800-er Silber, getrieben und graviert, innen vergoldet.

BESCHREIBUNG

Äußerst seltener Hallenser Barockbecher mit gravierten Mohnblumen und Tulpen. Vorliegender Becher stellt ein hervorragendes Zeugnis aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts dar, in der florale Motive zum bevorzugten Dekorationsmuster auf kunsthandwerklichen Erzeugnissen avancierten. Besonders häufig waren es Tulpen, die im Zeitalter der „Tulpomanie“ in den Niederlanden und auch in Deutschland als Symbol für Schönheit und Exotik galten. Die Preise für Tulpen stiegen zu dieser Zeit ins Unermessliche und machten sie zu begehrten Luxusobjekten. Ihre Zwiebeln wurden gar mit Gold aufgewogen.

Auf dem Boden ein punktiert gravierter Namenszug „Timoteus Alesi“.

Zuschreibung und Verortung des Bechers sind Dank der neuesten Erkenntnisse von Herrn Theo Hecker über die Einordnung von Beschauzeichen und Meistermarke nunmehr eindeutig bestimmbar.

„Schon Marc Rosenberg hat diese Marke bereits in seinem Standardwerk über die Goldschmiede in seinem 2. Band fälschlich unter „Merseburg“ genannt. Die Zuschreibung lässt sich vermutlich darauf zurückführen, dass es in der Kirche in Merseburg Arbeiten mit diesen Marken gibt. Merseburg hatte aber als Beschauzeichen ein M und es lässt sich dort auch kein Meister mit den Initialen CB in dieser Zeit (um 1666) nachweisen …Das Beschauzeichen von Neumarkt zeigt einen horizontal geteilten Schild, wobei der untere Teil ein Art „Dreiberg“ zeigt, der sich aus dem Wappen jedoch nicht herleiten lässt. Ein Erklärungsversuch könnte der Adler sein, in dessen Flügelspitzen jeweils ein Kleestängel endet, der die Form eines dreiblättrigen Kleeblattes hat …Diese Marke „CB“ wird in der Dissertation dem Goldschmied Christoff Becker (II) zugeschrieben, der am 24. September 1650 in St.Laurentius Maria Plerrer, die Tochter eines Gastwirts geheiratet hatte. Sein Vater, war der Goldschmied und Kirchvater Christoff Becker I (geb. in Freystadt in Schlesien um 1579, Eheschließung in Halle am 6. November 1621 mit Maria Schubert, begraben am 29. September 1649 in Neumarkt). Ab 1668 wird Christoph Becker II in den Kirchenbüchern fast ausschließlich als Richter ohne die Berufsbezeichnung des Goldschmieds. Er stirbt am 24. Oktober 1675 im Alter von 50 Jahren und 6 Monaten (demnach ist er ca. 1625 als Sohn des Goldschmieds und Kirchvaters Christoph Becker (I) geboren worden). Die gleiche Marke befindet sich auch auf einem Becher (Abb.1), der ebenfalls um 1670 entstanden sein dürfte.“
(Quelle: Theo Hecker, Silberpunzen – Beiträge über die alten Gold- und Silberschmiede und ihre Meister- und Beschauzeichen).

ABMESSUNGEN

Höhe: 8 cm
Durchmesser Stand: 5 cm
Durchmesser Lippe: 6,5 cm.
Gewicht: 75 Gramm.

ZUSTAND

Sehr guter Zustand mit nur geringen Gebrauchsspuren. Lippe und Stand leicht dellig und mit winzigen Chips. Innenvergoldung berieben.

PROVENIENZ

Aus einer nordrheinischen Privatsammlung.

KULTURGUT SICHER ERWERBEN

Hiermit wird die einwandfreie Herkunft dieses Silberbechers bestätigt. Dieser ist zum Zeitpunkt des Verkaufs frei von Rechten Dritter.

Preis
2.900 €
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Katrin Hofmann
Artikelnummer
T363
HALLENSER TULPENBECHER

Äußerst seltener Hallenser Barockbecher mit gravierten Mohnblumen und Tulpen. Vorliegender Becher stellt ein hervorragendes Zeugnis aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts dar, in der florale Motive zum bevorzugten Dekorationsmuster auf kunsthandwerklichen Erzeugnissen avancierten. Besonders häufig waren es Tulpen, die im Zeitalter der „Tulpomanie“ in den Niederlanden und auch in Deutschland als Symbol für Schönheit und Exotik galten. Die Preise für Tulpen stiegen zu dieser Zeit ins Unermessliche und machten sie zu begehrten Luxusobjekten. Ihre Zwiebeln wurden gar mit Gold aufgewogen.

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Katrin Hofmann
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Highlight

Eines der verhängnisvollsten Bücher der Weltliteratur

Malleus maleficarum, Koberger 1493

Äußerst seltenes Exemplar einer Inkunabelausgabe des berühmt-berüchtigten „Malleus Maleficarum“, des sogenannten „Hexenhammers“, gedruckt in der berühmten Nürnberger Offizin von Anton Koberger.

Das Werk wurde erstmalig 1486 bei Peter Drach in Speyer in Druck gegeben und stammt aus den Federn der beiden Dominikanermönche Heinrich Kramer, latinisiert zu Henricus Institoris und Jakob Sprenger, dessen Mitautorschaft heute infrage gestellt wird, obgleich das Werk traditionell eher unter des letzteren Namen geführt wird.

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