Barocke Kollekte mit Büßern im Fegefeuer und der Heiligen Maria.
Süddeutschland oder Alpenraum, um 1700
Laubholz beschnitzt, farbig gefasst und bemalt
Höchstseltene originale und wohlerhaltene Kollekte aus dem Barock. Rechteckiger Korpus mit rückseitigem Griff. Die Front oben besetzt mit halbplastischen Figuren Mariens, flankiert von zwei Büßern im Fegefeuer. Darunter zwei Münzschlitze. Die untere Front mit einfach unterteilter Lade.
Interessantes Zeitzeugnis der Geldeintreibung der katholischen Kirche in dieser Zeit. Anders als bei klassischen Opferstöcken, konnte der Eintreibende mit dem rückseitigen Griff die Kollekte den Gläubigen direkt und offensiv entgegenhalten. Es gab also fast kein Entrinnen vor einer Spende. Die zwei Münzschlitze und die 2/3- zu 1/3-Aufteilung der darunter befindlichen Geldlade zeigen hierbei eindrucksvoll, dass die Angst der Büßer vor dem Fegefeuer offensichtlich größer gewesen sein muss, als die Spendenbereitschaft für die Huldigung der Jungfrau Maria.
Höhe: 29 cm
Breite: 20,5 cm
Tiefe: 16 cm
Gewicht: 1.398 g
Guter Zustand mit Altersspuren und hervorragender Alterspatina. Das ehemals vorhandene Schloss fehlt. An dieser Stelle Holzverlust durch alten Aufbruch.
Hiermit wird die einwandfreie Herkunft der vorliegenden Kollekte bestätigt. Diese ist zum Zeitpunkt des Verkaufs frei von Rechten Dritter und wurde mit der Lost-Art-Datenbank abgeglichen.

Anders als bei klassischen Opferstöcken konnte der Eintreibende mit dem rückseitigen Griff die Kollekte den Gläubigen direkt und offensiv entgegenhalten. Es gab also nahezu kein Entrinnen, als die Münze brav in den Kollektenschlitz gleiten zu lassen.

Äußerst seltenes Exemplar einer Inkunabelausgabe des berühmt-berüchtigten „Malleus Maleficarum“, des sogenannten „Hexenhammers“, gedruckt in der berühmten Nürnberger Offizin von Anton Koberger.
Das Werk wurde erstmalig 1486 bei Peter Drach in Speyer in Druck gegeben und stammt aus den Federn der beiden Dominikanermönche Heinrich Kramer, latinisiert zu Henricus Institoris und Jakob Sprenger, dessen Mitautorschaft heute infrage gestellt wird, obgleich das Werk traditionell eher unter des letzteren Namen geführt wird.