Bartholomäus Bruyn der Ältere (1493-1555)
Werkstatt
Bildnis des Kölner Ratsherren Hermann von Weinsberg (1518-1597)
Köln, um 1550
Öl auf Eichenholztafel, oben gerundet
Hervorragendes und authentisches Portraitgemälde im typischem Stil des Bartholomäus Bruyn dem Älteren. Das Bildnis zeigt das Portrait des Kölner Ratsherren Hermann von Weinsberg (1518-1597).
Zu diesem Gemälde liegt ein Gutachten von Prof. Dr. Manfred Schreiner, Wien vor, welches die Entstehung zur angegebenen Zeit belegt:
„Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass in dem Tafelgemälde „Portrait des Kölner Ratsherren Hermann von Weinsberg (1518-1597)“ von Bartholomäus Bruyn der Ältere (1493 – 1555), Öl auf Holz (34 x 24 cm) mit Rahmen (41,5 x 34 cm), Farbmittel nachzuweisen sind, welche seit der Antike bekannt und in der europäischen Malerei auch in Verwendung sind: Bleiweiß, Kreide, Zinnober sowie gelber und brauner Ocker bzw. Umbra. In den gelben Farbpartien konnte Bleizinngelb nachgewiesen werden, welches für die Tafelmalerei des 13. – 17. Jh. charakteristisch ist. Aus materialtechnologischer Sicht ist daher kein Einwand gegen die Entstehung des Tafelgemäldes in der Schaffensperiode von Bartholomäus Bruyn der Ältere zu erheben.“
Ein nahezu identisches Gemälde von de Bruyn befindet sich mit dem Namen „Porträt eines Mannes aus der Familie Weinsberg“, datiert auf 1538-1539, im Museo Thyssen-Bornemisza, Madrid Saal 8, deutsche Malerei des 15. und 16. Jahrhunderts unter der Inventar-Nr. 67 1930.11.
https://www.kunstbeziehung.de/work.php?wCode=5dd10ca3f3bbb
Im Vergleich zu dem dortigen Gemälde verfügt unseres über ähnliche Qualität, die Farbgebung unseres Gemäldes scheint eher dem Portrait in der London, National Gallery, im Saal 16 ausgestellten Portrait „A Man, probably of the Strauss Family“ (Inventar-Nr. NG2605) zu entsprechen.
https://www.kunstbeziehung.de/work.php?wCode=631740272e221
Die Tatsache, dass unser Gemälde aus einer sehr alten rheinländischen Adelssammlung stammt sowie sich die historische Schlussfolgerung der Identifizierung, des in der bisherigen Literatur angegebenen „Mann aus der Patrizierfamilie Weinsberg“, auf die Person Hermann von Weinsberg konkretisiert, lässt den Schluss zu, dass unser Gemälde von der Hand Bruyns oder sehr wahrscheinlich aus dessen Werkstatt stammt.
Hermann von Weinsberg (1518-1597), seines Zeichens auch Advokat, Bierherr und Rentier. Bekannt geworden ist er durch das von ihm verfasste mehrbändige Haus- und Gedenkbuch (Buch Weinsberg), eine frühe deutschsprachige Autobiografie. Dieses Dokument besitzt großen kulturhistorischen Wert und gehört zu den wichtigsten Quellen für die Geschichte der Stadt Köln im 16. Jahrhundert.
Bartholomäus Bruyn der Ältere, vom Niederrhein stammend, lernte in der Malerwerkstatt von Jan Joest van Kalkar, um dann 1512 nach Köln überzusiedeln, wo er zunächst in der Werkstatt des Meisters von St. Severin tätig war. Mit dem Hochaltar für die Stiftskirche in Essen entstand 1522-1525 sein erstes Hauptwerk, seit der Mitte der dreißiger Jahre wurde er jedoch besonders mit seinen Portraitgemälden weit über Köln hinaus bekannt und berühmt.
Holztafel: 34 x 25,5 cm
Rahmen: 41,5 x 34 cm
Guter bis sehr guter Zustand. Sorgfältig restauriert. Minimale alte Retuschen im Pelz, nur im Schwarzlicht erkennbar.
Alte rheinländische Adelssammlung.
Hiermit wird die einwandfreie Herkunft des vorliegenden Gemäldes bestätigt. Es ist zum Zeitpunkt des Verkaufs frei von Rechten Dritter.

Bartholomäus Bruyn der Ältere (1493-1555)
Köln, um 1550

Äußerst seltenes Exemplar einer Inkunabelausgabe des berühmt-berüchtigten „Malleus Maleficarum“, des sogenannten „Hexenhammers“, gedruckt in der berühmten Nürnberger Offizin von Anton Koberger.
Das Werk wurde erstmalig 1486 bei Peter Drach in Speyer in Druck gegeben und stammt aus den Federn der beiden Dominikanermönche Heinrich Kramer, latinisiert zu Henricus Institoris und Jakob Sprenger, dessen Mitautorschaft heute infrage gestellt wird, obgleich das Werk traditionell eher unter des letzteren Namen geführt wird.