Philipp Ulstad
Marsilii Vicini (1433-1499).
Coelum Philosophorum. Von heimlichkeit der natur/ das ist/ wie man nicht allein auß Wein/ sonder auch auß allen Metallen/ Früchten/ Fleisch/ Eyern/ Wurtzlen/ Kreutern/ unnd auß viel anderen dingen mehr/ sol Distillieren Aquam vite/ zu erhaltung der gesundheit Menschliches Cörpers …
Hermann Gülfferich, Frankfurt am Main, 1551.
Äußerst seltene deutsche Erstausgabe dieses zuvor mehrfach in lateinischer bzw. französischer Sprache, zumeist in Straßburg erschienenen, zur Gesunderhaltung sowie bei Krankheit und Gebrechen Rat gebenden Werkes. Das Buch enthält in 57 Kapiteln die Anleitung zur Destillation sowie allerhand Rezepte zur Herstellung von Aqua vitae aus verschiedenen Destillaten und ihre Anwendung. Mit vielen Text-Holzschnitten, welche Instrumente zum Destillieren, Gerätschaften und Brennöfen darstellen.
Ulstad distanziert sich von philosophischen Auswüchsen der Alchemie und legt Wert auf deren Techniken, die er Apothekern, Ärzten und anderen Praktikern zugänglich machen will. Er beschreibt die Gewinnung von Essenzen aus Pflanzen, Mineralien, Metallen (Gold u. a.) und gibt jeweils Hinweise auf medizinische Anwendungen.
Das sich im Werk einschließende „Regiment des Lebens“ von Marsilio Ficino beinhaltet ebenso Rezepte aus Destillaten gegen Krankheiten und zur Verlängerung des Lebens.
Das Besondere an diesem hier vorliegenden Werk sind die zahlreichen handschriftlichen Randnotizen und Anmerkungen, die von einer intensiven Arbeit bzw. Benutzung des Buches zeugen; der Erhaltungszustand des Werkes ist dennoch überaus gut und es ist bis auf das in Faksimile ersetzte Schlussblatt ansonsten auch absolut vollständig.
Einleitend mit Titel in rot/schwarzem Druck und Holzschnitt-Illustrationen von Destillieröfen. Daran anschließend findet sich eine Widmung an Felix von Gennasius zu Valentz.
Philipp Ulstad war Patrizier aus Nürnberg, der um 1525 als Professor der Medizin an der Akademie in Freiburg in der Schweiz tätig war.
Marsilii Vicini war ein italienischer Humanist, Philosoph, Übersetzer und Arzt. Er gehört zu den bekanntesten Persönlichkeiten des Renaissance-Humanismus in Florenz.
Einspaltiger Druck (Register mehrspaltig), römische Paginierung. Titel in rot/schwarzem Druck und Holzschnitt-Illustrationen. Mehrere größere und kleinere, teils wiederholte Text-Holzschnitte.
Blattgröße: 29 x 19,5 cm; Satzspiegel: 24 x 15,5 cm.
4 nicht num Blatt, inkl. Titel, Widmung und Register. LXIII (von LXIIII) num. Blatt. Das letzte Blatt als Faksimile alt eingebunden. Ansonsten vollständig.
Pergament-Einband des frühen 20. Jh. im Stile der Zeit gefertigt, mit goldgeprägtem Rückentitel und Zierlinien. Die Spiegel mit Marmorpapier. Einband gebräunt und fleckig. Vorderdeckel mit größerem Braunfleck unten. Einbanddeckel vorn mit Exlibris eines Hannes Büttner. Buchblock fest und stabil.
Folio. Maße: 30 x 21 x 2 cm.
Die Seiten gleichmäßig gebräunt, stellenweise gering braunfleckig, Titel in der unteren Ecke fingerfleckig. 1 Blatt im oberen Rand mit restauriertem Ausriss, ohne Textverlust. Zahlreiche Marginalien im Randbereich. Kräftiger Druck und festes Bütten.
Benzig, Gülfferich 87 Ferguson 11 482; Ferchl S. 547f; Schoene, Wein 4997; Röttinger, Frankfurter Buchholzschnitt S. 126.
Hiermit bestätigen wir Originalität sowie einwandfreie Herkunft des vorliegenden Werkes. Das Werk ist zum Zeitpunkt des Verkaufs frei von Rechten Dritter. Es besteht gemäß den geltenden gesetzlichen Bestimmungen keine Ausfuhrgenehmigungspflicht.

Philipp Ulstad, Marsilii Vicini
Hermann Gülfferich, Frankfurt/Main, 1551


Ein 350 Jahre altes Meisterwerk der Technik aus Eisen, Bronze, Stein und Holz erzeugt einen Herzschlag der Zeit, der ganze Generationen begleitete. Die Zahnräder greifen vollendet ineinander, sie messen die Stunden mit Präzision – und mahnen, dass auch unser Maß begrenzt ist.
Dieses monumentale Uhrwerk des 17. Jahrhunderts ist mehr als ein Mechanismus aus Eisen und Zahnrad – es ist ein Sinnbild menschlicher Kunst und Vergänglichkeit. In vollendeter Präzision schlägt es die Stunden, ordnet den Tag und erhebt den Blick zum Ewigen. Doch jeder Schlag ruft auch ins Gedächtnis: Wie das Räderwerk unaufhaltsam kreist, so rinnt auch das Leben dahin – ein klingendes Memento mori im Takt der Jahrhunderte.