Methodius (Pseudo)
De revelatione.
Mit Kommentar von Wolfgang Aytinger (um 1465-1513)
Sebastian Brant (1457-1521)
Michael Furter, Basel, 1515
Sehr seltene, prachtvoll illustrierte Ausgabe mit den für die heutige Zeit sehr aktuellen Offenbarungen des Pseudo-Methodius. Vierte illustrierte Auflage mit den Holzschnitten der Erstausgabe von 1498. Diese wurde auf Bestreben Sebastian Brants mit zahlreichen Holzschnitten illustriert. Brant sah die Zeit nach den italienischen und türkischen Kriegen, päpstlichen Spaltungen etc. als Vorzeichen der Endzeit. Er wollte mit dem Druck Methodius als moralisch-politische Warnschrift verbreiten. Brant sah 1515 als ein apokalyptisches Jahr und betont, dass der Text zur Mahnung und Buße dienen soll. Der Text betont den Verfall der Sitten und die Zunahme der Ungerechtigkeit. Es bietet einen Überblick über die Geschichte der Weltreiche (Paradigma: Assyrer, Perser, Griechen, Römer), mit der Konsequenz, dass Gott jedes Reich nur für begrenzte Zeit gewährt, bis es abfällt.
„Die Holzschnitte zeigen, mit gewissem Naturalismus, Einflüsse Albrecht Dürers, können teilweise – wie der aus dem Narrenschiff übernommene ‚Von vile der pfrunden‘ – vom Meister des Haintz Narr stammen.“
(Hieronymus).
Lange nahm man an, dass die Weltchronik von dem Bischof Methodius von Olympos (gest. 312) verfasst wurde, jedoch das Werk entstand nach heutigen Erkenntnissen erst im 7. Jahrhundert, sodass der anonyme Autor heute als Pseudo-Methodius bezeichnet wird.
„Written with the idea of exciting the animosity of the Christians against the Turks“
(Fairfax Murray).
Einspaltige gotische Type mit bis zu 37 Zeilen. Ein Titelholzschnitt und 60 große Textholzschnitte vom Haintz-Narr-Meister (davon fünf wiederholt).
Blattgröße: 21 x 15,5 cm; Satzspiegel: 16,5 x 10 cm.
68 nicht num. Blatt. Vollständig.
Lagenzählung: a-g8; h-i6.
Halbpergamenteinband des 19. Jahrhunderts. Pergemntrücken und –ecken, die Deckel mit Marmorpapier bezogen. Guter Zustand.
Quartformat: 21,5 x 16 x 1,3 cm.
Guter Zustand mit Alters- und Gebrauchsspuren. Breitrandiges Exemplar, manche Ränder unbeschnitten. Weitgehend sauberes Exemplar. In den Rändern partiell finger- oder braunfleckig. Die ersten vier Blatt jedoch stärker fleckig und sporfleckig (neutralisiert) und mit kleinen, reparierten Ausrissen, auch in den Darstellungen. Die kleineren Fehlstellen hinterlegt und mit schwarzer Tinte nachgezeichnet. Wenige Blätter im Randbereich mit hinterlegten Einrissen ohne Textverlust. Vereinzelte handschriftliche Bemerkungen einer alten Hand. Durchgehende handschriftliche Nummerierung.
Literatur: VD16 M 4935; STC 620; Adams M 1368; Fairfax Murray 289; Hieronymus I, 67.
Bibliotheken: VD16 verzeichnet Exemplare lediglich in fünf Bibliotheken.
Hiermit bestätigen wir Originalität sowie einwandfreie Herkunft des vorliegenden Buches. Das Objekt ist zum Zeitpunkt des Verkaufs frei von Rechten Dritter und wurde mit der LostArt-Datenbank abgeglichen.

Mit 61 Holzschnitten illustriert.
„Die Holzschnitte zeigen, mit gewissem Naturalismus, Einflüsse Albrecht Dürers, können teilweise – wie der aus dem Narrenschiff übernommene ‚Von vile der pfrunden‘ – vom Meister des Haintz Narr stammen.“
(Hieronymus).


Ein 350 Jahre altes Meisterwerk der Technik aus Eisen, Bronze, Stein und Holz erzeugt einen Herzschlag der Zeit, der ganze Generationen begleitete. Die Zahnräder greifen vollendet ineinander, sie messen die Stunden mit Präzision – und mahnen, dass auch unser Maß begrenzt ist.
Dieses monumentale Uhrwerk des 17. Jahrhunderts ist mehr als ein Mechanismus aus Eisen und Zahnrad – es ist ein Sinnbild menschlicher Kunst und Vergänglichkeit. In vollendeter Präzision schlägt es die Stunden, ordnet den Tag und erhebt den Blick zum Ewigen. Doch jeder Schlag ruft auch ins Gedächtnis: Wie das Räderwerk unaufhaltsam kreist, so rinnt auch das Leben dahin – ein klingendes Memento mori im Takt der Jahrhunderte.