AUS EINER PERLBIBEL AUS DEM 13. JAHRHUNDERT

Mathurin-Atelier, Paris, um 1250

OBJEKT

Handschriftenblatt mit zwei Miniatur-Initialen aus einer Pariser Perlbibel

TITEL

Prolog des Lukas-Evangeliums und die Verkündigung zur Geburt von Johannes dem Täufer

ENTSTEHUNG

Frankreich, Paris, Mathurin-Atelier oder auch Atelier du Prat, um 1250

BESCHREIBUNG

Prachtvolles, etwas größeres als das gewöhnliche Format einer Taschenbibel, illuminiertes  Handschriftenblatt einer sogenannten „Perlbibel“, geschrieben auf Pergament.

Vorderseitig mit dem Prolog des Lukas-Evangeliums der lateinischen Vulgata:

„Quaniam quidem multi conati sunt ordinare narrationem, quae in nobis completae sunt“.

Die Miniatur entsteht aus der Initiale „Q“, welche in Blau gehalten ist und auf Goldgrund aufgetragen wurde, darauf die Illustration des geflügelten Stiers in zartem Rot mit weißen Flügeln. Die Ausläufer der Miniatur-Initiale reichen bis in die untere Hälfte des Blattes.

Die zweite Miniatur entsteht aus der Initiale „F“:

„Fuit in diebus Herodis, regis Jud(a)e(a)e, sacerdos quida(m) no(m)i(n)e Zacharias de vice Abia, uxor illi(us) de filiab(us) Aaron, et nomen eius Elizabeth“.

Diese in Blau gehalten, ebenso auf Goldgrund aufgetragen und mit der Darstellung der Ankündigung der Geburt Johannes des Täufers an Zacharias durch den Engel Gabriel versehen. Die Ausläufer der Initiale reichen noch weiter bis in die untere Hälfte des Blattes hinein und auch im Oberrand entwickelt sich ein Ausläufer mit floraler Ornamentik.

AUSSTATTUNG

Zweispaltige, filigrane gotische Perlschrift in 53 bzw. 54 Zeilen, geschrieben in dunkelbrauner Tinte in lateinischer Sprache. Vorderseitig in der linken und rechten Spalte oben mit „Q“- und „F“-Initiale, ausgestaltet als Miniatur (wie oben beschrieben). Im Randbereich recto sowie verso mit zahlreichen handschriftlichen Kommentaren und Verweisen auf bestimmte Textstellen. Das Blatt ist durchgehend rubriziert in Rot, mit einzelnen Textpassagen in Rot. Die Kapitelüberschriften in Rot und Blau.

ABMESSUNGEN

Blatt: 28 x 18,5 cm; Schriftspiegel: 20 x 15,5 cm.

ZUSTAND

Sehr gute Erhaltung für das hohe Alter von mehr als 750 Jahren. Gleichmäßig pergamentbedingt leicht gebräunt, Randbereich wenig knitterfaltig und mit kaum wahrnehmbaren vereinzelten nur nadelstichgroßen Wurmlöchlein. Die Miniaturen hiervon nicht betroffen. Im Blattrand unten mit Restaurierung mit Pergamentstreifen. Sehr gute Erhaltung der Miniaturen, ohne Bereibungen und sonstige Mängel.

KULTURGUT SICHER ERWERBEN

Hiermit wird die einwandfreie Herkunft des vorliegenden Blattes bestätigt. Dieses ist zum Zeitpunkt des Verkaufs frei von Rechten Dritter.

Preis
5.400 €
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Katrin Hofmann
Artikelnummer
T376
PROLOG DES LUKAS-EVANGELIUMS & VERKÜNDIGUNG ZUR GEBURT DES JOHANNES

Umfangreiche Handschriften vor 1200 sind weltweit so gut wie nicht mehr zu finden. Zu gering war bis zu diesem Zeitpunkt die Bedeutung und Verbreitung des geschriebenen Wortes. Das frühe 13. Jahrhundert brachte viele Veränderungen für das mittelalterliche Europa. So entstanden in dieser Zeit viele gotische Kathedralen (z.B. in Chartres, Rheims und Canterbury) und somit klerikale Großzentren. Eine Konsequenz dessen war die Gründung von Orden wandernder Prediger (Franziskaner, 1209 oder Dominikaner, 1220). Diese zogen von Ort zu Ort, lasen und predigten die Bibel und verbreiteten so die Lehre des Klerus. In dieser Zeit entstanden ebenso viele Universitäten und das „Wissen“ zog in die Städte ein und war nun nicht mehr nur auf Klöster begrenzt. Somit gewannen auch die Handschriften bzw. handgeschriebenen Bücher an Bedeutung und die Verbreitung dieser begann.

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Highlight

Horologium pulsat - vita fugit.
„Die Uhr schlägt - das Leben vergeht.“

Monumentales barockes Turmuhrwerk

Ein 350 Jahre altes Meisterwerk der Technik aus Eisen, Bronze, Stein und Holz erzeugt einen Herzschlag der Zeit, der ganze Generationen begleitete. Die Zahnräder greifen vollendet ineinander, sie messen die Stunden mit Präzision – und mahnen, dass auch unser Maß begrenzt ist.

 

Dieses monumentale Uhrwerk des 17. Jahrhunderts ist mehr als ein Mechanismus aus Eisen und Zahnrad – es ist ein Sinnbild menschlicher Kunst und Vergänglichkeit. In vollendeter Präzision schlägt es die Stunden, ordnet den Tag und erhebt den Blick zum Ewigen. Doch jeder Schlag ruft auch ins Gedächtnis: Wie das Räderwerk unaufhaltsam kreist, so rinnt auch das Leben dahin – ein klingendes Memento mori im Takt der Jahrhunderte.

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